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Fahrbericht

Ein SUV für Veganer und Teilzeit-Umweltschützer

Elegant, avantgardistisch, elektrisch und auch vegan: Range Rover Velar P400e. [ Rief ]
Elegant, avantgardistisch, elektrisch und auch vegan: Range Rover Velar P400e. [ Rief ]
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Land Rover hat das Familien-SUV Range Rover Velar mit einem Plug-in-Hybridantrieb elektrifiziert. Auf der Langstrecke überzeugen ein überraschend zugkräftiger Vierzylinder-Benzinmotor und Noise Cancelling.

Wien. Der SUV-Boom hat ja einige unschöne Seiten, aber auch einige sehr schöne: den Range Rover Velar beispielsweise.

Viel ansprechender als den Velar kann man ein Sports Utility Vehicle nicht bauen. Wie generell die Fahrzeuge von Range Rover durch das Design von Gerry McGovern überzeugen. Bemerkenswert eigentlich, dass so ein feinsinniger Mensch auch das Heck des Land Rover Discovery der fünften Generation entworfen hat. Offenbar hat auch McGovern schlechte Tage (zum Heck des neuen Range Rover haben wir noch keine endgültige Meinung).

(c) Nick Dimbleby

Der Velar also, das Angebot der Briten für die Familie. Nicht so luxuriös wie der Range Rover, nicht so dynamisch wie der Sport, aber avantgardistisch und modern. Und jetzt auch – ganz neu – vegan, denn das fällt sofort beim Einsteigen auf: Es gibt auf Wunsch kein Leder, stattdessen Sitzbezüge aus „besonders umweltverträglichen Premium-Textilien“, wie Land Rover betont. Sie sind ansprechend und fühlen sich gut an, in dem Fall kann man tatsächlich auf Fleisch verzichten.

Apropos umweltverträglich: Auch der 4,8 Meter lange Velar geht als P400e den Weg fast aller SUVs, nämlich hin zur Elektrifizierung. Mit einem 17,1-kWh-Akku (13,6 kWh sind nutzbar) fuhren wir den Plug-in-Hybriden in unserem Test knapp 50 Kilometer weit elektrisch und emissionsfrei. Manchmal nutzten wir die 143 PS des Elektroantriebs auch zur Unterstützung des überraschend zugkräftigen Vierzylinder-Benzinmotors (300 PS), kombiniert beschleunigt man in 5,4 Sekunden mit einem Drehmoment von 640 Nm auf 100 km/h.

(c) Nick Dimbleby

Im Test pendelte sich der Benzinverbrauch des Range Rover Velar unterstützt von elektrischem Strom je nach Strecke und Geschwindigkeit bei 5,5 bis 8,8 Liter auf 100 Kilometer ein. Auf der Langstrecke genehmigte sich der Zweilitermotor um die zehn Liter, lud damit aber teilweise auch die Batterie wieder auf. Schneller geht das Laden an einer Gleichstromladestation, der Velar unterstützt stolze 32 kW. Eine halbe Stunde Kaffeepause genügt, um den Akku auf 100 Prozent zu haben. Beim Wechselstrom zu Hause dauert es etwas länger: Die Ladekapazität beträgt maximal sieben kW.

Erfreulich, dass der Velar auch mit einer Anhängerkupplung kommt – in diesem Segment wegen der Sicherheitsvorschriften aufgrund der Batterie im Heck keine Selbstverständlichkeit (es gibt sogar eine vergleichsweise günstige manuell montierbare, nicht nur die teurere elektrische Version). Damit darf er bis zu 2000 Kilogramm ziehen, mehr als die PHEVs vieler Mitbewerber. Und wie immer muss man im Kofferraum Zugeständnisse an den elektrischen Antrieb machen: Statt der üblichen 748 Liter fasst der Kofferraum 625 Liter.

(c) Nick Dimbleby

Bemerkenswert war die Stille im Innenraum, in den kaum Motoren- und Fahrgeräusche drangen. Das liegt nicht nur an einer guten Dämmung, sondern vor allem an der neuen aktiven Geräuschunterdrückung des Meridian-Soundsystems.

Der Range Rover Velar kostet ab 66.392 Euro, für den Plug-in-Hybrid P400e bezahlt man ab 77.305 Euro.

(c) Nick Dimbleby

 


[RZB9L]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.11.2021)