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Finanzierung

Naiver Öko-Aktienboom? Warum "grün" Investieren oft nichts bringt

Auch Ölkonzerne wie Shell geben gerne grüne Anleihen aus.
Auch Ölkonzerne wie Shell geben gerne grüne Anleihen aus.APA/AFP/ANP/ROBIN UTRECHT
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Nachhaltige Geldanlage gilt als großer Hoffnungsträger, um der grünen Wende den notwendigen Kapitalschub zu bringen. Doch bisher profitiert das Klima davon nicht, sagen Ökonomen.

Wien. Haben Sie schon einen grünen Fonds? Seit Monaten überschwemmen Banken, Unternehmen und Staaten den Markt mit nachhaltigen Investments und grünen Anleihen. Die Nachfrage nach der „guten“ Geldanlage ist enorm. Geschätzte 32.500 Milliarden Euro werden nach grünen Grundsätzen verwaltet. Anleger erhalten Rendite und ein gutes Gewissen – und die Realwirtschaft bekommt das notwendige Geld, um den Umbau zu einer klimaneutralen Zukunft schneller auf den Boden zu bringen. Eine klassische Win-win-Situation, oder?

Ein Team an Ökonomen vom deutschen ifo-Institut und dem Leibnitz Institute for Financial Research sieht das anders. Das beinahe blinde Vertrauen von Investoren und Klimaschützern in die Finanzindustrie sei „naiv“, argumentieren sie. Und die tatsächlichen Auswirkungen der grünen Geldflüsse auf die Treibhausgasemissionen und Klimafreundlichkeit von Unternehmen und Staaten marginal, schreiben sie.

Zwar stehen bei Finanzgrößen wie Blackrock, Vanguard und Fidelity grüne Investments ganz weit oben auf ihrer Marketingagenda. Doch die Versprechen der Fondsmanager seien oft „leer“.
Diese Einschätzung ist ein Dämpfer für einen der großen Hoffnungsträger der Klimabewegung. Der grüne Boom bei privaten Geldgebern sollte sicherstellen, dass die „richtige“ Seite der Wirtschaft möglichst schnell möglichst viel Kapital erhält, um den Umbau zu forcieren. Aber warum gelingt das nicht?