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Coronavirus

Experten begrüßen Lockdown und Impfpflicht als "Befreiungsschlag"

Maßnahmen wie im Frühjahr 2020 sind notwendig, um das Infektionsgeschehen einzudämmen, sagen Experten.
Maßnahmen wie im Frühjahr 2020 sind notwendig, um das Infektionsgeschehen einzudämmen, sagen Experten.Die Presse/Clemens Fabry
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Der Virologe Norbert Nowotny begrüßt den bundesweiten Lockdown als „Maßnahme, die am wirksamsten ist“. Drei Wochen wären ausreichend, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Homeoffice sei ein entscheidender Faktor bei der Kontaktreduktion.

Seit Wochen haben Experten von der Regierung weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus und dem Schutz der Spitäler gefordert. Der bundesweite Lockdown, der heute in Kraft getreten ist, sei aus virologischer Sicht "die Maßnahme, die am wirksamsten ist", sagte der Virologe Norbert Nowotny von der Veterinärmedizinischen Universität Wien vor Journalisten. Er kritisiert, dass dieser in den Hotspots Oberösterreich und Salzburg nicht bereits früher verhängt wurde.

Auch der Molekularbiologe Ulrich Elling vom Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften begrüßte den Lockdown und die Impfpflicht. Die Kombination dieser beiden Maßnahmen sei "ein echter und richtiger Befreiungsschlag raus aus dieser Pandemie", twitterte Elling am Freitag. Auch, wenn nun jeder Opfer bringen müsse. "Stehen wir zusammen, zerreden wir es nicht, wehren wir uns gegen die Gegner der Lösung, schauen wir nach vorne", schrieb der Experte.

Auch Nowotny betonte, dass die angekündigte Impfpflicht "aus virologischer Sicht absolut zu begrüßen ist", sagte er. Allerdings gebe es auch noch die gesellschaftspolitische Seite. Es sei die Frage, wie sehr die Impfpflicht angenommen bzw. eingehalten wird. "Da ist sicher Konfliktpotenzial vorhanden", sagte Nowotny und verwies drauf, dass es in Österreich erst einmal bei den Pocken eine Pflicht zur Immunisierung gegeben hat. Bei der nun kommenden ist "die Akzeptanz bei manchen Gruppen die große Frage", sagte Nowotny.

„Zeitspanne sollte ausreichen“

Fest steht, dass der Lockdown für alle spätestens am 12. Dezember enden soll, in Oberösterreich erst am 17. Dezember. Die knapp drei Wochen für das gesamte Land "sind eine Zeitspanne, die ausreichen sollte, um die Infektionsketten zu unterbrechen und die Zahl der Neuinfektionen danach deutlich zu senken", sagte Nowotny. Das allerdings nur dann, "wenn die Bevölkerung eingebunden ist und auch mitmacht", betonte der Experte. Dafür bräuchte es Kontaktreduktionen vergleichbar mit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020.

Er sei froh, dass sich die Bundesregierung endlich zu dieser harten Maßnahme durchgerungen hat. "In Oberösterreich und Salzburg hätte der Lockdown, wie ihn vielen Expertinnen und Experten bereits seit zwei Wochen gefordert haben, durchaus früher erfolgen sollen", sagte Nowotny. Schließlich wird die Lage in den Spitälern immer dramatischer, die Labore sind mit den vielen PCR-Tests an ihre Grenzen gelangt, ebenso das Epidemiologischen Meldesystems, auch das Contact Tracing funktioniert immer weniger, konstatierte der Virologe.

Wichtig sei nunmehr, dass "wir jetzt mit dem Lockdown eine bundeseinheitliche Maßnahme haben", sagte er. Dafür, dass die Bevölkerung das Runterfahren auch mitträgt, "ist es sehr wichtig, dass das noch entsprechend kommuniziert wird", sagte Nowotny. Verpflichtendes Homeoffice gibt es auch beim vierten Lockdown seit Pandemiebeginn nicht, allerdings seitens der Regierung "eine relativ deutliche Aufforderung". Homeoffice stehe in engem Zusammenhang mit der Kontaktreduktion, betonte der Virologe.

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(APA)