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Kultur-Lockdown

Coronahilfen für Künstler werden verlängert

Je nach Sparte gab es zuletzt schon Besucherrückgänge. Ab Montag müssen die Säle wieder ganz geschlossen bleiben. Die ersten Rufe nach finanzieller Hilfe kamen schnell – und wurden erhört.

Wenn nicht der Lockdown wäre, dann würde an dieser Stelle der Zeitung ein Inserat stehen, das eine Kulturveranstaltung bewerben würde. Eine der vielen Kulturveranstaltungen, die nun abgesagt werden müssen . . . Ja, das gehört mittlerweile schon zur traurigen Routine der sogenannten Kontaktbeschränkungen. „Ein erneuter Rückschlag, der sich nicht beschönigen lässt“, sagte auch Andrea Mayer, die für Kunst und Kultur zuständige Staatssekretärin, bei einer Pressekonferenz am Freitag. Das Publikum habe die bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen sehr gut mitgetragen, allerdings hätten die vergangenen Wochen aufgrund der erhöhten Fallzahlen auch Besucherrückgänge sowie wegen vermehrter Covid-19-Fälle in den Ensembles auch Probleme gebracht, den Betrieb aufrechtzuerhalten. „Die Situation ist daher, wie sie ist“, kommentierte Mayer im ungewohnt fatalistischen Tonfall.

Tatsächlich gab es in den vergangenen Wochen deutliche Besucherrückgänge, die aber – zumindest laut Augenschein unserer Rezensenten und uns bekannter Kulturkonsumenten – durchaus ungleich auf die Sparten verteilt waren. Staatsoper, Musikverein und Konzerthaus waren meist gut gefüllt, schlechter sah es in den Theatern aus.

Dem Lockdown fallen auch einige Premieren zum Opfer, etwa „Der ideale Mann“ im Theater in der Josefstadt (27. 11.), „Mephisto“ im Landestheater Linz (29. 11.) und „Miss Saigon“ im Raimundtheater (3. 12.). Die Premiere von „Don Giovanni“ in der Staatsoper (5. 12.) findet statt, allerdings ohne Publikum: Sie wird – wie schon im letzten Lockdown – live im Hauptabendprogramm von ORF III übertragen.

Sehr schnell nach Verkündung des Lockdowns kamen die ersten Rufe nach finanzieller Hilfe: So forderte IG-Kultur-Chef Gerhard Ruiss in einer Aussendung eine Reaktivierung der erprobten Hilfeleistungen, damit die Kulturszene nach den „vorerst“ 20 Tagen Lockdown noch bestehe: „Wieder wird man das Gefühl nicht los, es werden nicht die letzten 20 Tage sein.“

Tatsächlich werden die Coronahilfen nun verlängert und aufgestockt. Das betrifft den Fonds für gemeinnützige Vereine (zusätzliche 125 Millionen Euro) und die Hilfen für selbstständige Künstler: Als Überbrückungsfinanzierung gibt es in den Lockdown-Monaten 1000 statt 600 Euro; auch der zusätzliche Fonds für Künstler in Notsituationen wird aufgestockt. Auch für Veranstalter kündigte Mayer weitere Hilfen an: „Weil nach dem Lockdown nicht gleich Planungssicherheit gegeben sein wird“, werden die Ausfallshaftungen verlängert, bis Ende Juni 2022 kann für den Veranstalterschutzschirm eingereicht werden. Dasselbe gilt für den „Comeback-Zuschuss“ für Filmproduktionen, die coronabedingt unterbrochen oder verschoben werden müssen. (APA/Red.)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.11.2021)