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Immer wenn ich jemandem von der Kakteenzucht erzählte, hörte ich: „Wie schön!“ Aber es war keine schöne Kakteenzucht, sie war ganz und gar scheußlich.
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Literatur

Krimi-Kurzgeschichte von Bettina Balàka: Der Dorn der Opuntie

Leichengift war perfekt für Infektionen. Als ich einmal beobachtete, wie eine Krähe an einem toten Maulwurf herumhackte, jagte ich sie weg und schaute den Kadaver lange an.

Einst hatten wir einen Garten, dann nur mehr ein Glashaus und eine Wüste davor. Im Freien speicherten rote Lavasteine die Wärme, dazwischen gab es viel groben und feineren Kies. Seit Ludwig in Frühpension war, war hier ein Stein auf den anderen geworfen worden. Auch im Glashaus war Wüste, trockene Hitze, staubige Luft, hier durfte kein saftiger Humus herein. Die Kakteen mochten das nicht.

Nur meine drei Rhododendren waren mir geblieben, die verwendete Ludwig zum Pinkeln. Damit sie nicht zu stinken anfingen, spritzte ich sie mit dem Schlauch ab. Nicht, dass wir im Haus nicht zwei Toiletten gehabt hätten.

Die Kaktusse draußen waren alle aus Amerika. Winterhart, wer hätte das gedacht. Ohrwaschlkaktusse waren auch dabei, aber das durfte ich nicht sagen. Es heißt „Feigenkakteen“ oder „Opuntien“.