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Testbericht

ZTE Axon 30 Ultra: Der unterschätzte Riese

ZTE blieb der Durchbruch am Smartphone-Markt bislang verwehrt.
ZTE blieb der Durchbruch am Smartphone-Markt bislang verwehrt.ZTE
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Mit einem markanten Kamera-Aufbau, der sich auch in der Qualität der Fotos niederschlägt, kann das ZTE-Smartphone Axon 30 Ultra im Test überzeugen.

Bei ZTE gibt es im Gegensatz zu Xiaomi und Huawei keine Diskussionen über die Aussprache. So simpel der Name gehalten ist, umso beeindruckender das aktuelle Topmodell des chinesischen Herstellers, das Axon 30 Ultra. ZTE blieb der große Durchbruch hierzulande bislang verwehrt. Lang stand man im Schatten des einst erfolgreichen China-Exports Huawei. Durch den anhaltenden US-Bann ist Huawei aber in Bedrängnis geraten, ZTE versucht das für sich zu nutzen und das recht gekonnt. Das Datenblatt des aktuellen Topmodells ist die Oberliga der Komponenten. Gleich vorweg: In vielen Punkten kann das smarte Handy die Erwartungen erfüllen oder sogar übertreffen; in manchen auch nicht.

Das Herzstück des Axon 30 Ultra bildet der Snapdragon 888 von Qualcomm, den so leicht nichts aus der Reserve lockt. Dem zur Seite gestellt, sorgen beachtliche 12 Gigabyte Arbeitsspeicher für eine ordentliche Leistungsreserve. Der interne Speicher mit 256 Gigabyte, der sich physisch nicht erweitern lässt, bietet ausreichend Raum für Fotos. Und hier geht ZTE in die Vollen: drei Kameras mit je 64 Megapixel und einem Periskop-Teleobjektiv mit bis zu 60-fachem Zoom.

Rekordverdächtiger Kamera-Aufbau. Mit einem Gewicht von knapp 190 Gramm ist es in dieser Liga nahezu ein Leichtgewicht. Selbst die Dicke von nur 8,7 Millimetern bei einem 6,67 Zoll großen Display ist gut. Die Rechnung wurde aber ohne die herausragende Kamera gemacht, denn hier kommen 2,5Millimeter hinzu. Außerdem birgt der Aufsatz auf der Rückseite ein ordentliches Gewicht, weswegen es vornüberkippt, wenn man es wie gewohnt mittig in der Hand hält.

Ansonsten weiß das Device zu gefallen. Die hintere Abdeckung und das Display fließen nahezu nahtlos in den Metallrahmen, wobei der Übergang etwas weicher hätte ausfallen dürfen. Das Curved-Design, das einst Samsung massentauglich machte, ist bei der Bedienung nur selten ein Hindernis und sorgt kaum für Fehlinterpretationen bei der Nutzung. Im Mittelpunkt des Geräts steht das Display, das nur durch ein winziges Loch für die 16-Megapixel-Frontkamera unterbrochen ist. Nahezu 92 Prozent der Vorderseite nimmt der Bildschirm mit einer Diagonale von 16,7 Zentimetern ein.

Die Bildschirmwiederholfrequenz liegt mit 144 Hz deutlich über der Konkurrenz (120 Hz) und wird für kürzere Reaktionszeiten, z. B. für Spiele, auf 300 Hz hochgeschraubt. Spätestens hier macht sich abseits der enormen Power des Prozessors aber auch eine kleine Schwäche bemerkbar: die Wärmeentwicklung. Wer das Gerät fordert, bekommt ziemlich schnell wohlig warme Hände. Zu dieser Jahreszeit nicht unbedingt ein Nachteil, für die verbauten Komponenten langfristig hingegen schon. Wobei der Akku das im Test locker wegstecken konnte und länger als 24 Stunden durchhielt.

Das Gustostückerl, die Kamera. Abgesehen von dem markanten Aufbau, lässt die Kamera kaum Wünsche offen. Wieso die Foto-Optionen wie Makro-Aufnahmen, Super-Nachtmodus (ideal für Mondaufnahmen!) oder die Maximalauflösung derart versteckt in der Menüführung sind, bleibt ein Rätsel. Videos sind in 8K-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde (fps) möglich. Bei 4K-Aufnahmen kann die Framerate auf 60 fps verdoppelt werden.

Das ZTE Axon 30 Ultra ist ein gelungenes Smartphone-Topmodell, das mit einem Preis von 849 Euro bei einem Neukauf durchaus in die engere Wahl miteinbezogen werden sollte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.11.2021)