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Oberarzt Clemens Seelmaier, Facharzt für Innere Medizin und Intensivmedizin in Salzburg.
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Coronavirus

Intensivmediziner: „Wir hätten es in der Hand gehabt, das alles zu vermeiden“

Salzburgs Spitäler sind überlastet. Was das in der täglichen Arbeit heißt, schildert Clemens Seelmaier, Oberarzt auf der größten Intensivstation des Bundeslandes, gegenüber der „Presse“. Ungeimpfte, die mit ihrer individuellen Entscheidung die gesamte Gesellschaft gefährden, kann er nicht mehr verstehen.

Den Gedanken, alles hinzuschmeißen, hatte Clemens Seelmaier in den vergangenen Wochen immer wieder. Damit ist der Facharzt für Innere Medizin und Intensivmedizin an den Salzburger Landeskliniken nicht allein.

Der 41-jährige Salzburger arbeitet dort, wo die Überlastung durch die Coronapandemie zum fast unerträglichen Alltag geworden ist. Dort, wo man sieht, dass es an allen Ecken und Enden an helfenden Händen und Kapazitäten fehlt, um Menschen, die schwer krank sind, auf bestem Niveau zu behandeln. Dort, wo seit einigen Tagen das Wort Triage drohend im Raum steht. Ein Wort, das Bilder im Kopf auslöst, wie man sie während der ersten Coronawelle aus den Spitälern rund um Bergamo gesehen hat.

Seelmaier führt, wie die vielen anderen Frauen und Männer in Medizin, Pflege und Logistik, in den Salzburger Spitälern einen Kampf gegen Windmühlen. Viele, die sich heute mit Corona infizieren, kommen in zwei, drei Wochen ins Spital. In Krankenhäuser, die bereits jetzt am Limit sind.