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Wirtschaft

Die Touristen verlassen das Land

Ab Montag wird es in Wien merklich leerer sein.
Ab Montag wird es in Wien merklich leerer sein.APA/AFP via Getty Images
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Verfrühte Abreise: Touristen verlassen aufgrund des Lockdowns nun etwas früher das Land. Sehr viel länger als bis Anfang kommender Woche wären die meisten aber ohnehin nicht geblieben.

Wien. Ab Montag, gilt österreichweit ein Lockdown. Egal, ob geimpft oder ungeimpft. Viele Geschäfte sowie die Gastronomie, Museen, Theater, Sportstätten dürfen für ihre Kunden nicht mehr offen haben. Das betrifft freilich auch die Touristen im Land, die sich bereits wieder vorsichtig nach Österreich zurückgewagt haben – und nun von der Pandemie eingeholt werden.

„Ja, natürlich“ würden Touristen jetzt das Land verlassen, sagt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung, zur „Presse“. Wobei die Touristen im Grunde auch noch bleiben hätten können. „Aber so etwas verunsichert ja total“, sagt sie. Letztes Jahr hätte es etwa eine Reisewarnung nur für Wien gegeben und dann wurden viele Reisen im Burgenland storniert. „Ich sag immer, Unsicherheit ist das Unnötigste, was man für eine Urlaubsbuchung braucht. Darum ist alles, was verunsichert, eine Katastrophe für uns.“

Auch beim aktuellen Lockdown sei es so. Diejenigen, die länger geblieben wären, die reisen ab, sagt Reitterer. Wobei es ja Menschen gebe, die etwa für mehrere Wochen in Hotels wohnen, etwa aus beruflichen Gründen. Die durften auch in den vorherigen Lockdowns in den Hotels wohnen. So es sich denn für das Hotel überhaupt auszahle, den Betrieb offen zu halten, das dürfe man auch nicht vergessen.

In Wien bleibe ein typischer Städtetourist allerdings nicht länger als ein paar Tage. Das heißt, viele wären ohnehin Anfang kommender Woche abgereist.

Wer doch länger bleiben wollte, der darf das angeblich (die Verordnung war Sonntagnachmittag noch nicht da) auch für die bereits geplante und gebuchte Reisedauer. „Nur verlängern darf man nicht“, sagt Reitterer. So viele Touristen, die länger als ein paar Tage in Österreich sein wollen, dürften es aber gar nicht sein. „In der Ferienhotellerie haben wir noch niemanden und die, die wirklich jetzt zwei Wochen in Österreich Urlaub machen, die kann man an einer Hand abzählen.“ Nur freilich dürften Hotels ab Montag auch keine neuen touristischen Gäste aufnehmen.

Vom Flughafen Wien und seitens der Austrian Airlines ist jedenfalls noch nichts von einem erhöhten Flugaufkommen raus aus Österreich zu hören. Die Zeitspanne sei noch zu kurz. Man werde seine Kapazitäten anpassen, sollte der Bedarf da sein, hieß es seitens Austrian Airlines am Sonntag.

 

Neue Einreisebestimmungen

Nach Österreich zu kommen wird ohnehin wieder schwieriger. Das Land hat angesichts der sich zuspitzenden Coronalage die Einreisebestimmungen verschärft. Grundsätzlich ist ab Montag für die Einreise ein 2,5-G-Nachweis erforderlich. Antigentests und Antikörpertests verlieren damit – außer für Pendler – ihre Gültigkeit. Für Pendler (Beruf, Schule, Studium, familiäre Zwecke, Lebenspartner) gilt die 3-G-Regel. Die Einreiseverordnung wurde bereits vergangenen Dienstag diesbezüglich geändert. Für Pendler wird die Dauer von PCR-Test von sieben Tagen auf 72 Stunden verkürzt. Antigentests sind nur noch 24 statt 48 Stunden gültig. Der Ninjapass für Schüler gilt für die Einreise als Ausnahme.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.11.2021)