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Gastkommentar

Wenn die Freiheit auf die Gegenspur gerät

(c) Peter Kufner
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Mit der menschlichen Nähe ist es vorbei. Zur Realität geworden ist inzwischen das Trennende anstelle des Verbindenden.

Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren, erklärte das Staatsoberhaupt mit sonorer Stimme in der Hofburg und beschwor den Zusammenhalt der Solidargemeinschaft in der Coronakrise. Dem ist zuzustimmen wie auch dem Appell des HBP an das Pflichtbewusstsein der Bürger. Dennoch geben die Worte Anlass zum Staunen, zumal sie vom Repräsentanten einer Partei kommen, die geistig in der Frankfurter Schule Adornos, Horkheimers und Marcuses wurzelt, einer Denkrichtung also, die das Auseinanderdividieren der Gesellschaft zu ihrem zentralen Anliegen gemacht hat. Das Konzept, eine Kluft zwischen den Generationen aufzureißen, diente nach marxistischem Vorbild auch den Urvätern der Grünen zur Schaffung einer neuen, besseren Gesellschaft. Als besser verstand man die Zerschlagung all dessen, was nach bürgerlichem Ordnungsidealismus und bürgerlichen Wesensmerkmalen roch. Die quälende Spaltung unseres Gemeinwesens ist jedenfalls nicht allein die Folgewirkung der Pandemie. Um die Ursachen in größerer Breite zu erfassen, ist es notwendig, in die Welt vor 1968 zurückzublenden.