Analyse

Chiles radikale Kandidaten buhlen um die Mitte

REUTERS
  • Drucken

Der Ultrakonservative José Antonio Kast und Gabriel Boric, der linke Ex-Studentenführer, haben sich für die Präsidentenstichwahl in vier Wochen qualifiziert. Nach dem ersten Wahlgang schlugen sie moderate Töne an.

Was die Umfragen seit Wochen vorausgesagt haben, ist eingetreten: In die Stichwahl um die chilenische Präsidentschaft am 19. Dezember ziehen ein Ultrakonservativer und ein Verbündeter der kommunistischen Partei ein. Seit Wochen läuten deshalb in und vor allem außerhalb von Chile die Alarmglocken. Drei Jahrzehnte gedeihlicher Entwicklung könnten von dem tiefen Spalt innerhalb der chilenischen Bevölkerung verschluckt werden.

Doch die Apologeten des Untergangs könnten womöglich zu früh gezetert haben. Denn der Sonntag endete tatsächlich weit weniger extrem, als es die knapp 28 Prozent für den Pinochet-Bewunderer José Antonio Kast und die 25,7 Prozent für Gabriel Boric, den Ex-Führer des Aufstands gegen die Regierung Piñera erscheinen lassen. 46 Prozent der Wähler votierten für andere Kandidaten, zumeist gemäßigter als die beiden Politiker, die sich für den zweiten Durchgang qualifiziert haben. Offenbar war fast die Hälfte des Volkes nicht bereit, Extreme zu unterstützen.

Mehr erfahren

Der ultrakonservative Anwalt Jose Antonio Kast gewinnt die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Chile.
Wahl

Chile vor Präsidenten-Stichwahl zwischen gegensätzlichen Kandidaten

Der ultrakonservative Anwalt Kast und der Ex-Studentenführer Boric sind nach der erster Runde vorne, die zweite Runde der Wahl findet am 19. Dezember statt.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.