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Marktanteile

Gartner: Bauteile-Knappheit drückt Smartphone-Absatz

Samsung, Apple und Xiaomi, das sind aktuell die führenden Smartphone-Hersteller weltweit.imago/Westend61
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Die weiterhin andauernden Lieferengpässe bei Smartphone-Komponenten macht vor allem kleineren Herstellern zu schaffen. Samsung und Apple konnten hingegen Marktanteile ausbauen.

iPhone 13, Galaxy S21, Z Fold 3, ZTE Axon 30 Ultra, Huawei Nova 9: Die Liste an Smartphones, die heuer vorgestellt wurden, lässt sich noch lange fortführen. An neuen Geräten mangelt es nicht, aber die Hersteller können nicht die gewünschten Mengen liefern. Nach wie vor halten Produktionsschwierigkeiten, Chipmangel und Lieferengpässe die Hersteller in Geiselhaft. Um bis zu fünf Prozent weniger Smartphones wurden im vergangenen Quartal verkauft, sagt Anshul Gupta von der Analysefirma Gartner. Während teuren Topmodellen Vorrang eingeräumt wird, herrscht vor allem bei einfachen und älteren Modellen Knappheit. Vor allem große Hersteller könnten dadurch profitieren.

Der Engpass bei den Komponenten werde noch mindestens zwei Quartale lang spürbar sein, prognostizierte Gupta. Dies könne die Auslese in der Branche beschleunigen. "Die großen Anbieter haben mehr Marktmacht gegenüber den Teilelieferanten und konnten sich auch rechtzeitig Reserven sichern." Dagegen hätten kleinere Hersteller Schwierigkeiten, an Bauteile wie Modem-Chips zur Netzverbindung oder Strom-Schaltkreise zu kommen. Ihr sinkender Marktanteil drücke ihren Einfluss weiter.

Insgesamt schrumpften die Smartphone-Verkäufe nach am Dienstag veröffentlichten Berechnungen von Gartner im dritten Quartal im Jahresvergleich um 6,8 Prozent auf rund 342,3 Millionen Geräte. Samsung blieb demnach die Nummer 1 mit einem Anteil von gut 20 Prozent - obwohl Gartner für den südkoreanischen Konzern einen Absatzrückgang von rund 15 Prozent auf 69 Millionen Smartphones errechnete.

Apple holt auf

Die Verkäufe von Apples iPhone stiegen dagegen den Zahlen zufolge im Jahresvergleich von 40,6 Millionen auf 48,5 Millionen Geräte. Der US-Konzern baute damit seinen Marktanteil auf gut 14 Prozent aus. Apple hatte zwar ebenfalls gewarnt, dass die Engpässe die iPhone-Verkäufe beeinträchtigen. Gupta sieht dabei aber vor allem noch verkaufte ältere Modelle wie das iPhone 11 betroffen. Für Apple ist das jetzige Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft traditionell das lukrativste. Der Gartner-Analyst rechnet damit, dass sich diesmal zumindest ein Teil der iPhone-Verkäufe angesichts der Knappheit ins kommende Jahr verschieben wird.

Der chinesische Anbieter Xiaomi schließt die Top 3 mit einem nahezu unveränderten Absatz von rund 44,5 Millionen Smartphones ab. Dahinter folgen die ebenfalls chinesischen Firmen Vivo und Oppo.

Nach mehr als einem Jahrzehnt an der Spitze war dem Marktforschungsunternehmen Counterpoint zufolge der chinesische Hersteller Xiaomi im Sommer kurzzeitig führend nach Marktanteilen: „Seit der Niedergang von Huawei begonnen hat, hat Xiaomi konsequente und aggressive Anstrengungen unternommen, um die Lücke zu füllen, die durch diesen Rückgang entstanden ist. Der OEM hat in den alten Märkten von Huawei und Honor, wie China, Europa, dem Mittleren Osten und Afrika, expandiert. Im Juni wurde Xiaomi durch die Markterholung in China, Europa und Indien und den durch Lieferengpässe bedingten Rückgang bei Samsung weiter unterstützt", so Tarun Pathak, Research Director bei Counterpoint. 

(APA/DPA/bagre)