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Prozess

Der Sowjet-Terror wird in Putins Russland zum Tabu

Vor dem Moskauer Gericht stehen Unterstützer, drinnen wird der Organisation Memorial der Prozess gemacht.
Vor dem Moskauer Gericht stehen Unterstützer, drinnen wird der Organisation Memorial der Prozess gemacht.(c) APA/AFP/DIMITAR DILKOFF (DIMITAR DILKOFF)
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Die Menschenrechtsorganisation Memorial prangert seit der Perestroika sowjetische Verbrechen an. Jetzt soll sie verstummen.

Es gibt viele Orte quer durch Russland, an denen Menschen vom sowjetischen Terror vernichtet wurden. An einigen finden sich heute Denkmäler, die an dieses Schreckensregime erinnern. Manchmal mit einem Stein, manchmal mit Gedenktafeln, auf denen Tausende von Namen stehen. Hunderte von Metern ziehen sie sich hin.
Dass die Opfer ihre Namen zurückhaben, ihr Leben sichtbar wird und ihr Sterben, ist mitunter der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial zu verdanken, der ältesten in Russland. Bereits zu Sowjetzeiten, als sich das Land mit der Perestroika Michail Gorbatschows zu öffnen begann, schlossen sich Dissidenten, die einst zu Verbannung und Straflager verurteilt worden waren, in Moskau zur ersten Gruppe zusammen und fanden schnell Nachahmer im ganzen Land.
Damit aber soll nun Schluss sein, befindet die russische Generalstaatsanwaltschaft und hat vor dem Obersten Gericht des Landes die Liquidierung von Memorial gefordert. Am Dienstag begann der Prozess in Moskau. In der gegenwärtigen politischen Lage des Landes dürfte dieser Antrag auch gleich das Urteil sein.