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Bulgarien

Tödliche Heimfahrt aus dem Urlaub

Bus crash in Bulgaria
Tragischer Verkehrsunfall auf der Autobahn nahe Sofia: Der Bus eines Reiseveranstalters aus Nordmazedonien war unterwegs nach Hause.REUTERS
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Ein Reisebus ist nach einem Unfall ausgebrannt. 46 Menschen starben, darunter zwölf Kinder.

Die Reisegruppe war auf dem Heimweg von ein paar unvergesslichen Tagen in Istanbul. Per Bus waren sie von der türkischen Metropole unterwegs zurück nach Hause in Nordmazedonien gewesen. Aufenthalt in einem Vier- oder Fünf-Sterne-Hotel, eine nächtliche Schiffsfahrt auf dem Bosporus, der Besuch der Prinzeninsel im Marmarameer waren auf dem Programm der Istanbul-Reise gestanden.

Doch die Heimreise durch Bulgarien endete für 46 Passagiere des Reisesbusses – unter ihnen zwölf Kinder – tödlich: Auf der Struma-Autobahn etwa 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Sofia rammte der Bus um zwei Uhr morgens eine Leitschiene, überschlug sich und geriet in Brand. Ob das Fahrzeug bereits vor dem Unfall Feuer gefangen hatte oder sich zuerst überschlug und dann in Flammen aufging, war zunächst unklar. Kein anderes Fahrzeug war in den Unfall involviert. Die Generalstaatsanwaltschaft nahm Ermittlungen zur Unglücksursache auf.

Sieben Businsassen hatten großes Glück: Sie schafften es, sich aus dem brennenden Wrack zu befreien, und wurden mit Verbrennungen, vor allem an den Händen, in ein Krankenhaus gebracht. Die Überlebenden befinden sich außer Lebensgefahr. Rettungsteams berichteten, dass die Menschen in den hinteren Sitzreihen eine Fensterscheibe einschlagen und ins Freie gelangen konnten, bevor der Bus völlig ausbrannte.

Opfer aus derselben Familie

Viele der Opfer waren verwandt. Insgesamt waren vier Reisebusse des Veranstalters Besa Trans im Konvoi unterwegs gewesen. Sie hatte rund eine Stunde vor dem Unfall an einer Tankstelle einen Stopp eingelegt. Die übrigen drei Busse kamen wohlbehalten in Nordmazedonien an.
Am Firmensitz in Skopje hatten sich nach Bekanntwerden des Unglücks Angehörige eingefunden. Sie versuchten Informationen über ihre Familienmitglieder zu bekommen.

Der nordmazedonische Regierungschef, Zoran Zaev, und der Außenminister des an Bulgarien grenzenden Balkanlandes, Bujar Osmani, reisten wenige Stunden nach dem Unglück nach Sofia. Bulgariens Interimsregierungschef, Stefan Janew, äußerte sich tief betroffen. „Es ist eine riesige Tragödie“, sagte Janew, der den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid aussprach. Der geschäftsführende Innenminister, Bojko Raschkow, zeigte sich ebenfalls erschüttert und schilderte eine düstere Szenerie am Unfallort: „So etwas Schreckliches habe ich noch nie gesehen, das ist kaum zu ertragen.“ Viele der Toten müssten noch identifiziert werden.

Getrübte Beziehungen

Das Unglück brachte ganz unerwartet die Regierungschefs beider Nachbarländer zusammen, die seit Langem einen Disput um die teils gemeinsame Geschichte und Sprache führen. Bulgarien blockiert seit etwa einem Jahr den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien. Nun wollen die beiden Länder zur Klärung der Tragödie zusammenarbeiten. Außerdem wurden in beiden Staaten nationale Trauertage ausgerufen.