Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Financial Stability Report

Nationalbank: Risiken aus Wohnimmobilien-Krediten steigen

Bau eines
www.BilderBox.com
  • Drucken

Die Gewinnsituation der heimischen Banken hat sich im ersten Halbjahr verbessert.  Die Nationalbank fordert aber die Nachhaltigkeit bei Wohnungskrediten ein.

Die heimischen Banken haben im ersten Halbjahr wieder besser verdient und weniger Risikokosten gehabt. Besondere Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörden richtet sich aber auf Kredite für Wohnimmobilien. Die Preise für Wohnraum stiegen stark, parallel dazu gab es deutlich mehr Wohnbaukredite an private Haushalte. Fast 40 Prozent der neuen Wohnbaukredite sind variabel verzinst, das berge für die Haushalte Risiken bei steigenden Zinsen, warnt die Nationalbank (OeNB).

Kritisch betrachtet werde vor allem "das anhaltende Überschreiten der Kriterien für die nachhaltige Immobilienkreditvergabe", heißt es im 42. Financial Stability Report der OeNB. Die Empfehlungen des Finanzmarktstabilitätsgremiums (FMSG) zur Nachhaltigkeit der Kreditvergabe bei Immobilienfinanzierungen seien unbedingt einzuhalten, so Nationalbankgouverneur Robert Holzmann und Vizegouverneur Gottfried Haber.

Stark verbessert habe sich hingegen die Gewinnsituation der heimischen Banken im ersten Halbjahr 2021. Der Gewinn habe sich im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 3,7 Milliarden Euro verbessert. Nach sechs Monaten haben die Banken damit schon etwas mehr Gewinn eingefahren als im gesamten Jahr 2020. Auch die Risikokosten seien durch die weiterhin sehr geringe Anzahl an Kreditausfällen deutlich zurückgegangen. Der Anteil notleidender Kredite lag Mitte 2021 bei nur 1,9 Prozent. Allerdings gebe es Anzeichen, dass sich die Kreditqualität wegen der Pandemie verschlechtern könnte.

Die Banken seien mit einer harten Kernkapitalquote von 16,1 Prozent aber seit Ende 2020 stabil. Daher zeigten Stresstests der OeNB, "dass der solide kapitalisierte österreichische Bankensektor auch für einen erneuten Wirtschaftseinbruch insgesamt gewappnet wäre und seine Finanzierungsfunktion für die Realwirtschaft erfüllen kann."

Die Nationalbank empfiehlt den Banken angesichts der Unsicherheiten weiter "Zurückhaltung" bei der Gewinnverwendung, die Einhaltung nachhaltiger Kreditvergabestandards, vor allem bei Wohnimmobilien und mit Wertberichtigungen anzupassen, insbesondere nach Auslaufen der COVID-19-Maßnahmen. Grundsätzlich sollten Banken effizienter werden, um nachhaltig Gewinn zu machen und sich auf die Digitalisierung und den Klimawandel einstellen.

(APA)