Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Anzeige
Anzeige

Die Bauherrenwohnung

PERICON-Geschäftsführer Stefan Koller erklärte die Grundlagen einer Bauherrenwohnung.
PERICON-Geschäftsführer Stefan Koller erklärte die Grundlagen einer Bauherrenwohnung.(c) Martin Wiesner
  • Drucken

Mischform. In der Steiermark ist es möglich, ein Bauherrenmodell in Verbindung mit Wohnungseigentum zu gestalten.

Die Steiermark hat beim Bauherrenmodell eine spezielle Variante, die es – aufgrund der dort geltenden Förderbedingungen – nur in diesem Bundesland gibt. Es handelt sich um ein „kleines Bauherrenmodell mit Wohnungszuordnung“ oder wie Koller es nennt eine „Bauherrenwohnung“. Eine Mischform aus Bauherrenmodell und Anlegerwohnung sozusagen. „Bei diesem Modell kann ich nach Fertigstellung Wohnungseigentum begründen“, sagte PERICON-Geschäftsführer Stefan Koller.

Anwalt Sascha Verovnik betonte jedoch, dass dieses Produkt nicht für die breite Masse gedacht ist. Man sollte auch hier verstehen, in was man investiert, rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen sollten von Experten geprüft bzw. gestaltet sein. Allein schon aufgrund des geringen Angebots für solche Projekte. In Graz sind es gegenwärtig gerade einmal zwei. „Zudem braucht es steuerlich eine hohe Expertise, damit diese Spezialform richtig abgebildet ist.“

Aber nicht nur die steirischen Mischformen sind rar. Generell ist die Anzahl an guten Bauherrenmodellen äußerst überschaubar. Graz ist nach Ansicht von Valuita-Geschäftsführer Walter Neumann derzeit der wohl attraktivste Hotspot für Bauherrenmodell-Anleger. „Bei denen auch die Qualität stimmt.“

Steuerberater und Immo-Experte Friedrich Möstl hatte noch einen Tipp für Schnellentschlossene: „Planungskosten, Vermittlungskosten, Konzeptionskosten usw. – also jene Kosten, die nicht direkt bauzugehörig sind, können zum Großteil schon im ersten Jahr abgeschrieben werden.“ Investiert man heuer noch in Projekte, kann der Anleger die Verluste auch in diesem Jahr noch geltend machen.

Der richtige Einstieg ins Bauherrenmodell

Vorkehrungen: In einem ersten Schritt muss der interessierte Anleger seine Liquiditätssituation berücksichtigen: Wie viel habe ich verfügbar? Wieviel kann ich anlegen? Auf welche Summe kann ich langfristig verzichten?

Alter: Auch das Alter spielt eine Rolle. Optimal ist das Bauherrenmodell für Investoren zwischen 30 und 50 Jahren, wenn man mit einem höhren Fremdkapitalanteil investieren möchte. „Bin ich schon 60, ist eine Barzahlungsvariante empfehlenswert“, meinte Friedrich Möstl. Etwas anderes ist natürlich, wenn man das Investment weitervererben möchte.

Einstiegssumme: Bei einem Bauherrenmodell ist ein Anleger in der Regel ab 100.000 Euro aufwärts dabei. „Jedoch muss man diese Summe nicht auf einen Schlag investieren“, sagte Walter Neumann. „In der Regel sind die Modelle so konzipiert, dass man rund 30 Prozent Eigenkapital benötigt, das wiederum auf die Bauphase in zwei bis drei Jahren aufgeteilt wird. Die Restsumme ist dann über die Finanzierung mit kleineren Zuschüssen zu entrichten.“ Im Vergleich dazu – bei der Vorsorgewohnung benötigt der Anleger, abhängig von der Quadratmeterzahl, eine deutlich höhere Ausgangssumme.

Einkommen: Mit einem Vorurteil muss aufgeräumt werden: „Viele glauben, das Bauherrenmodell sei nur ein Investment für Großverdiener“, sagte Stefan Koller und verwies auf die sogenannten kleinen Bauherrenmodelle. „Bei denen sind die Anfangsverluste geringer und bringen Anleger ins Rennen, die deutlich unter 100.000 Euro Jahresbrutto liegen.

Bargeld: Neumann holte auch noch Barzeichner fürs Bauherrenmodell ins Boot. „Vor 20 Jahren gab es vielleicht ein Prozent Anleger, die den Betrag zur Gänze auf den Tisch legten. Mittlerweile sind wir in unseren Modellen bei rund 30 bis 40 Prozent Barzeichner.“