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Kunstlicht

Ein Vermeer ohne Geheimnis

In Dresden hat man Vermeers „Briefleserin“ in den Originalzustand rückversetzt. Manchmal möchte man es aber gar nicht so genau wissen, geschweige denn sehen.

„Vom Innehalten“, nennt sich die bisher größte Vermeer-Ausstellung in Deutschland treffend. Seit dieser Woche muss sie selbst innehalten – die Schau im Dresdner Zwinger hat wegen des Teil-Lockdowns in Sachsen geschlossen. Das Zeitfenster für einen Besuch dürfte sich höchstens zwischen 12. Dezember und 2. Jänner noch einmal öffnen.

Vor einem Fenster hält auch das Mädchen auf dem Gemälde inne, das im Zentrum der Ausstellung steht: „Die Briefleserin am offenen Fenster“ (1657–1659) stammt zwar aus der Sammlung der Dresdner Gemäldegalerie, hat sich aber zuletzt wesentlich verändert. In den vergangenen vier Jahren wurde das Frühwerk nicht nur restauriert, sondern auch freigelegt.

Entfernt wurde eine nachträglich aufgetragene Malschicht, unter der sich Vermeers originaler Entwurf erhalten hat. Die Änderung betrifft den räumlichen Hintergrund dieser bei der Lektüre so zauberhaft errötenden Frau. Zauberhaft fanden wir sie bisher auch deshalb, weil wir nur vermuten konnten, was sie da las.