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Illegale Migration

Die programmierte Katastrophe im Ärmelkanal

Mindestens 27 Menschen starben beim bisher schlimmsten Unglück mit irregulären Boots-Migranten im Ärmelkanal, der seit wenigen Jahren immer mehr zur Schlepperroute wird. Das belastet die Beziehungen zwischen London und Paris massiv.

Ein französischer Fischer alarmierte am Mittwochnachmittag die Rettungsmannschaften: Er hatte im Ärmelkanal unweit der britischen Gewässer die im Wasser treibenden Körper von 15 Menschen entdeckt. Die herbeigerufenen Schiffe der französischen Marine konnten dann diese Menschen sowie viele weitere nur noch tot aus dem kalten Wasser bergen. Zuletzt war von mindestens 27 Todesopfern dieses bisher schlimmsten Unglücks mit illegalen Bootsmigranten im Ärmelkanal die Rede. Die Behörden waren sich allerdings noch nicht sicher, wie viele Leute überhaupt in dem Boot gesessen waren.

Bei den Toten, unter ihnen mehrere Kinder, soll es sich vorwiegend um Kurden aus dem Irak und/oder Iran sowie um Somalier handeln. Sie waren mit einem großen Gummiboot von einem Strand in der Nähe von Dunkerque (Dünkirchen) zu der gefährlichen Fahrt Richtung englischer Küste aufgebrochen. Die ist von dort mindestens 60 Kilometer entfernt.

Migrant dinghy heads off the French coast to cross the English channel
Migranten tragen ein Schlauchboot nahe Calais ins Wasser. Die französische Polizei (hier nicht im Bild) schaut zu.REUTERS

„Frankreich wird nicht zulassen, dass der Ärmelkanal zu einem Friedhof wird", sagte Staatspräsident Emmanuel Macron. Er war schon zuvor wegen der Migrationskrise am Ärmelkanal stark unter Druck. Der britische Premierminister, Boris Johnson, erklärte zum Unglück, er sei „schockiert, empört und zutiefst traurig. Wir haben Mühe, bestimmte Partner, und speziell Frankreich, zu überzeugen, in angemessener Weise zu handeln. Doch ich habe Verständnis für die Schwierigkeiten, mit denen diese Länder konfrontiert sind", meinte Johnson.

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