Im Balkanstaat ist man stolz auf die prominente "Tochter" des Landes. Rousseffs Vater wanderte aus Bulgarien nach Brasilien aus.
Über Dilma Rousseffs Sieg freut sich nicht nur ein Gutteil der Brasilianer; auch aus Bulgarien jubelt man der frisch gekürten Präsident zu. Der Beifall für "naschata Dilma", "unsere Dilma", hat einen Grund: Der Vater der frisch gewählten Präsidentin wanderte einst aus Bulgarien nach Brasilien aus. In Bulgarien gilt Rousseff deshalb als prominente Tochter des Landes, und das, wo sie doch erst in Südamerika das Licht der Welt erblickte und ihre Mutter Brasilianerin ist.
Ihr Vater Pedro, geboren Petar, berichtet man im Balkanland mit stolzgeschwellter Brust, wurde im Jahr 1900 im zentralbulgarischen Städtchen Gabrovo geboren. Dorthin verschlug es in den vergangenen Wochen einige brasilianische TV-Crews, die sich zu Pedro-Petar Rousseffs Geburtshaus aufmachten. Das Gebäude in der Brjanska-Straße gibt es nicht mehr: Heute ist dort der Parkplatz eines Technikgeschäfts.
"Naheverhältnis"
Rousseffs Vater emigrierte 1930 – aus politischen Gründen, er stand den Kommunisten nahe – zunächst nach Frankreich, später kam er nach Argentinien, schließlich nach Brasilien. Die brasilianische Neo-Präsidentin spricht nur ein paar Brocken Bulgarisch. Ein Naheverhältnis hat sie dennoch zum Geburtsland ihres Vaters: Auf internationalen Konferenzen, erklärte sie einmal in einem Interview, komme sie regelmäßig neben dem Vertreter Bulgariens zu sitzen. Schuld daran ist die alphabetische Reihenfolge.