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Europa League

Verloren vor leeren Rängen, Rapid unterliegt West Ham

Europa League - Group H - SK Rapid Wien v West Ham United
REUTERS
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Rapid verlor im „Geisterspiel" gegen West Hams B-Team mit 0:2. Die Chance auf das Überwintern im Europacup besteht weiterhin, es bedarf eines Sieges im Finale gegen KRC Genk, um in der Conference League zu landen.

Wien. Wie viel der Heimvorteil vor Zuschauern tatsächlich wert ist, wurde am Donnerstag in Hütteldorf quasi amtlich. Rapid stolperte in der Europa League zu einer Niederlage gegen West Hams B-Mannschaft, verlor mit 0:2. Mal blitze das Verlangen auf, jedoch viel zu oft fehlte das Geschick, der Antrieb, der Rückhalt – das Flair. Außer dem dumpfen Hallen, das Tritte gegen Ball und Gegner verursachen, Referee-Pfiffen oder den Zurufen der Engländer war bei diesem Geisterspiel nichts zu hören. Dazu lief Rapid zu oft nur hinterher, es fehlte der Mut, die Klasse.

Nach vier Siegen auf eigenem Rasen erlitt Rapid, betreut von Steffen Hofmann, einen erwarteten Dämpfer. Das 0:2 bedeutet allerdings nicht das endgültige Aus im Europacup. Die Chance, es als Dritter der Gruppe H doch noch in die Zwischenrunde der neu geschaffenen Conference League zu schaffen, besteht weiterhin. Es bedarf am finalen Spieltag (9. Dezember) aber eines Sieges bei KRC Genk (1:1 gegen Zagreb). Vor Zuschauern, aber ohne eigenen Fans.

Der Klassenunterschied

Ausgerechnet im 300. Europacupmatch seiner Geschichte konnte Rapid den Klassenunterschied nicht kaschieren, Andrij Jarmolenko (40.) und Mark Noble (45.+2) per Elfer machten den Tages- und Gruppensieg der Engländer perfekt. Auf Rang zwei spitzt auch noch Genk, das am Donnerstag bei Dinamo Zagreb remisierte und zwei Punkte Rückstand auf die Kroaten hat. Rapids Interimscoach Steffen Hofmann überraschte mit einer Startelf, in der mit Marco Grüll, Ercan Kara und Maximlian Ullmann ein Stammtrio fehlte.

In der Offensive erhielt dafür Koya Kitagawa eine Chance, links in der Viererkette durfte sich wie schon bei Dinamo Zagreb Youngster Martin Moormann versuchen. Nicht ganz so überraschend war dann die Dominanz der Gäste vor leeren Tribünen - besonders in den ersten 20 Minuten. Coach David Moyes hatte überhaupt nur drei seiner Stammspieler - Tomas Soucek, Jarrod Bowen und Vladimir Coufal - aufs Feld geschickt und kam mit seiner Truppe in der ersten Hälfte auf rund 70 Prozent Ballbesitz.

In der 6. Minute hatte Rapid Glück, dass Bowen einen Stanglpass aus Kurzdistanz neben das Tor knallte, auch ein Köpfler von Jarmolenko verfehlte das Ziel noch relativ knapp (22.). Nach einer etwas stärkeren Phase von Grün-Weiß, in der ein Fountas-Schuss aus gut zwölf Metern über das Tor strich (21.) und Kelvin Arase nach einem Tempodribbling Goalie Alphonse Areola prüfte (28.), machte West Ham dann ernst: Jarmolenko köpfelte über Tormann Paul Gartler hinweg zum 1:0 ein.
Die Briten hatten die Zügel wieder angezogen und legten noch kurz vor Abpfiff der ersten Hälfte nach: Das 2:0 per Elfer von Noble nach Foul Maximilian Hofmanns an Jarmolenko wies zugleich den Weg für die zweite Hälfte, in der die Hütteldorfer neuerlich nichts mitzureden hatten.

West Ham begnügte sich nicht damit, den Vorsprung zu verwalten, ließ Rapids Pressingversuche verlässlich ins Leere laufen und hätte fast zehn Minuten nach Wiederbeginn erhöht: Bowen scheiterte aber an Gartler (56.), der auch gegen Soucek zur Stelle war - dass er den Ball in die Mitte abwehrte, wo Bowes lauerte, bügelte Stojkovic wieder aus (62.).
60 Minuten dauerte es, bis Steffen Hofmann Kara und Grüll brachte, 73, bis der freistehende Fountas aus rund zwölf Metern die wohl beste Möglichkeit auf den Abschlusstreffer vergab. Damit hatte Grün-Weiß aber auch sein Pulver verschossen. Im Finish zwang Sonny Perkins Gartler per Kopf vielmehr zur nächsten Parade (76.).