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Interview

„Die Inflation wird nur sehr langsam nach unten gehen“

2021-11-03_Salman_Ahmed_Fidelity_byAkosBurg
Die EZB achte neben den makroökonomischen Fakten auch auf die „finanzpolitische Stabilität der Union“, so Ahmed.Akos Burg
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Die großen Zentralbanken befänden sich derzeit in einem richtigen Dilemma, sagt Salman Ahmed, Chefökonom bei Fidelity.

Die Presse: Die Weltwirtschaft hat sich heuer sehr schnell vom Corona-Schock erholt. Der rasante Aufschwung befeuerte aber auch die Inflation, die in den USA seit Monaten konstant über fünf und in Europa über drei Prozent liegt. Laut den Zentralbanken ist das nur ein temporärer Effekt und es gibt keinen Grund zur Sorge. Ist dem so?

Salman Ahmed: Die großen Zentralbanken sind in einem Dilemma. Die letzten 20 bis 30 Jahre hatten sie das Problem, dass sowohl das Wachstum als auch die Inflation nach unten gegangen sind. Jetzt haben wir eine Situation, in der das Wachstum anzieht, aber auch die Inflation wesentlich nachhaltiger zu sein scheint, als das noch vor wenigen Monaten angenommen wurde. Es stimmt zwar, dass der jetzige Inflationsschub zu einem Gutteil von der Pandemie und den dadurch durcheinandergekommenen Lieferketten getrieben wird. Aber es gibt auch Faktoren wie die Wohnungspreise in den USA oder die Zuwächse bei den Löhnen, deren Effekte dauerhafter sein können.

Die Zentralbanken erwarten, dass sich die Situation im März 2022 entspannt, weil dann der sogenannte Basiseffekt endet. Eine berechtigte Erwartungshaltung?