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Deutschland

"Können fast jeden dritten Patienten im Regelsystem nicht versorgen"

APA/BARBARA GINDL
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76.414 Neuinfektionen und 357 Verstorbene innerhalb von 24 Stunden. In Deutschland spitzt sich die Lage in Krankenhäusern zu. Wie der DKG-Chef Gerald Gaß hält eine Impfpflicht für unausweichlich.

In Deutschland steigt die Zahl der Neuinfektionen deutlich an, Freitagfrüh wurde erneut ein Negativ-Rekord erreicht: 76.414 Fälle in 24 Stunden. 357 Menschen verstarben in den letzten 24 Stunden. Für Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, macht indes auf die direkten Folgen der mangelnden Impfbereitschaft von Millionen von ungeimpften Bürgern aufmerksam: "Die Folgen für die Patientinnen und Patienten jenseits der Pandemie sind ebenso dramatisch wie tragisch. 75 Prozent aller Krankenhausstandorte mit Intensivstationen melden heute einen nur noch eingeschränkten Betrieb.

Konkret heißt das, dass wir wie im Januar 2021 erneut fast jeden dritten Patienten im Regelsystem nicht versorgen können", schrieb Gaß am Freitag in einem Autorenbeitrag für die Düsseldorfer "Rheinische Post" einem Vorabbericht zufolge.

Man werde rund 20 Prozent weniger Darmkrebs-Operationen durchführen können und etwa 7 Prozent weniger Operationen bei Frauen mit Brustkrebs. Die Situation, auf eine Warteliste gesetzt zu werden, sei für jeden einzelnen Krebspatienten psychisch und körperlich schwer zu ertragen, so Gaß. "Jeder vierte Patient, der für eine orthopädische Operation vorgesehen war, muss erneut viele Monate auf die schmerzlindernde Behandlung warten", erklärte der DKG-Vorstandsvorsitzende. Er warnte auch vor fatalen Auswirkungen der hohen Klinikauslastung für Notfallpatienten: "Es werden mehr Menschen in dieser Notfallsituation sterben, als dies normalerweise der Fall ist, und es werden mehr Menschen lebenslang schwere Folgeschäden zum Beispiel bei einem Schlaganfall davontragen, als dies bei einer schnellen Therapie sein müsste."

Vor diesem Hintergrund forderte Gaß eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene: "Leider gehört zu dieser bitteren Erkenntnis auch, dass wir wegen der fehlenden Einsicht bei einem Teil der Bevölkerung diese Pandemie ohne eine allgemeine Impfpflicht nicht hinter uns lassen werden. Die Politik sollte den Mut haben, diese Entscheidung zu treffen", so der DKG-Chef.

 

(APA)