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Studie

Mehrheit der Lehrer gegen Schließen der Schulen

Ein Großteil der Lehrer sprach sich für offene Schulen aus. Die Gründe? Das gemeinsame Arbeiten, die sozialen Interaktionsmöglichkeiten und das "Nicht-Verloren-Gehen" der Schüler.
Ein Großteil der Lehrer sprach sich für offene Schulen aus. Die Gründe? Das gemeinsame Arbeiten, die sozialen Interaktionsmöglichkeiten und das "Nicht-Verloren-Gehen" der Schüler.(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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60 Prozent der Lehrer bevorzugen die aktuelle Regelung mit offenen Schulen aber ohne Präsenzpflicht, zeigt eine Studie der Uni Wien. In dieser Woche wurden weniger positive Schul-PCR-Tests registriert.

Eine Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer spricht sich gegen weitere Schulschließungen aus. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Wien. Demnach bevorzugen 60 Prozent die derzeitige Regelung mit offenen Schulen und Aufhebung der Präsenzpflicht, 37 Prozent plädierten dagegen für neuerliche Schließungen. Gleichzeitig bewerten die Pädagogen das Schulsystem deutlich negativer als noch vor den Lockdowns.

Unter der Leitung von Susanne Schwab und Katharina-Theresa Lindner läuft derzeit die dritte Erhebungsphase einer Studie zum Thema inklusive Bildung während Covid-19. Im Zuge dessen werden Lehrpersonen zu Erfahrungen und Einstellungen hinsichtlich der aktuellen bildungspolitischen Maßnahmen sowie ihres Arbeitsalltags befragt. Die ersten beiden Befragungen fanden während der ersten (Frühjahr 2020) und zweiten (Herbst 2020) nationalen Schulschließungen statt, die dritte wurde nun in zeitlicher Übereinstimmung mit den neuen Schulregeln gestartet. Seit Beginn der laufenden Befragung nahmen bereits über 500 Lehrpersonen aus ganz Österreich teil - der Schwerpunkt lag dabei auf den Pflichtschulen.

Mehr Arbeitsaufwand als vor der Krise

Als Grund für die Ablehnung von Schulschließungen nannten die Lehrkräfte vor allem das gemeinsame Arbeiten, die sozialen Interaktionsmöglichkeiten und das "Nicht-Verloren-Gehen" der Schülerinnen und Schüler. Eindeutig ist das Urteil der Pädagoginnen und Pädagogen über die Arbeitsbelastungen: 87,5 Prozent berichteten über einen (deutlich) erhöhten Arbeitsaufwand im Vergleich zu der Zeit vor Covid-19.

48 Prozent fühlten sich in der aktuellen beruflichen Situation stark belastet - im Vergleich zu den Ergebnissen des ersten (60,8 Prozent) und zweiten (74,3 Prozent) nationalen Lockdown zeigte sich hier aber eine deutliche Verbesserung. Das lasse darauf schließen, dass "sowohl alle Beteiligten ein erhöhtes Maß an Anpassungsleistung aufweisen als auch die derzeitige Regelung positiver erlebt wird als flächendeckende Schulschließungen", schreiben die Forscherinnen.

Schule als Vermittler von Stabilität

Ebenfalls für offene Schulen sprachen am Freitag die Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft aus. Die Bedeutung des Schulbesuchs sei kaum hoch genug einzuschätzen, so die Kinder- und Jugendanwaltschaft in einer Aussendung. "Das Zusammensein in der Schule vermittelt Kindern und Jugendlichen gerade in dieser unsicheren und belastenden Zeit Stabilität und ermöglicht ihnen das so wichtige direkte soziale Miteinander."

Schule lebe vom persönlichen Austausch, meinte auch Neos-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre: "Es ist daher wesentlich, einen sicheren Präsenzunterricht zu ermöglichen."

Diese Woche weniger positive PCR-Tests an Schulen

In dieser Woche sind an den Schulen unterdessen deutlich weniger positive Schul-PCR-Tests registriert worden. Bildungsministerium und Stadt Wien meldeten insgesamt 4022 entdeckte Infektionen - in der Vorwoche waren es noch 5437. Steigend ist dagegen noch die Zahl der geschlossenen Schulen und Klassen: Derzeit sind 22 Schulen (Vorwoche: 16) und 751 Klassen (492) betroffen.

In Wien gab es in der laufenden Woche 1602 Treffer bei Schülern (Vorwoche: 1784), dazu kamen 153 beim Schulpersonal (195). In der Bundeshauptstadt sind die Zahlen immer vergleichsweise höher, weil hier zwei PCR-Tests gemacht werden, in den übrigen Bundesländern - bisher - nur einer. Außerdem fließen in Wien auch andere über das "Schulkonto" gemachte PCR-Tests (etwa zum "Freitesten") in die Zahlen ein. Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) ortete eine "Abschwächung der Dynamik" bei den Schülern und einen deutlichen Rückgang beim Personal. In Oberösterreich waren diese Woche 624 Schüler positiv (Vorwoche: 1210), in der Steiermark 439 (676), in Niederösterreich 330 (557), in Tirol 319 (312), in Kärnten 239 (277), in Salzburg 152 (320), in Vorarlberg 116 (215) und im Burgenland 48 (86).

Der Rückgang ist damit auch etwas stärker als durch die derzeit verminderte Schülerzahl erwartbar. Dementsprechend sank auch die Positivitätsrate der Tests von 0,53 auf 0,39 Prozent. Die steigende Zahl der geschlossenen Klassen ergibt sich vor allem dadurch, dass diese Maßnahme meist etwas "nachhinkt". Außerdem gibt es mittlerweile die Vorgabe, Klassen schon ab dem zweiten Infektionsfall ins Distance Learning zu schicken.

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(APA)