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WM-Qualifikation

Beherzter Kampf der ÖFB-Frauen in England bleibt unbelohnt

Sarah Puntigam (Österreich) gegen Ellen White (England)
Sarah Puntigam (Österreich) gegen Ellen White (England)APA/JOSEPH ESTL
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Keine Rekordkulisse, keine Sensation: Österreich musste sich dem großen Favoriten in Sunderland mit 0:1 geschlagen geben.

Rechtzeitig zum Anpfiff des WM-Qualifikationsspiels zwischen England und Österreich wurde das Stadium of Light in Sunderland seinem Namen gerecht: Sonnenstrahlen kämpften sich durch, nachdem sich der „Grim North“, wie diese Region Englands wegen seines düsteren Seelenlebens auch genannt wird, am Freitagabend mit Sturm und Schneeregen noch von seiner unfreundlichsten Seite gezeigt hatte. Das Resultat waren zahlreiche umgestürzte Bäume, was auch den Zugverkehr lahmlegte und zahlreiche Anhänger vom Matchbesuch abgehalten haben dürfte. Statt der erwarteten 15.000 wurden es am Ende 9000 Fans, die sich trotzdem lautstark bemerkbar machten. Vor neuer Rekordkulisse werden die ÖFB-Frauen somit wohl erst im EM-Eröffnungsspiel nächsten Sommer ebenfalls gegen England im ausverkauften Old Trafford (75.000 Plätze) spielen.

Teamchefin Irene Fuhrmann änderte ihre Startelf im Vergleich zum unglücklichen 2:2 in Nordirland an einer Position. Laura Feiersinger, die in Belfast die Wende eingeleitet hatte, war nach einem Magen-Darm-Infekt nicht fit geworden, stattdessen bekam Maria Plattner anstelle von Marie-Therese Höbinger im Mittelfeld den Vorzug. Für die Potsdam-Legionärin, 20, war es das vierte Länderspiel, das erste von Begann an.

Mutig und vor allem mit physischer Präsenz wollten die Österreicherinnen dem makellosen Tabellenführer (Torverhältnis 32:0) entgegen treten und verbuchten auch die ersten Offensivaktionen. Obwohl sich England in der Folge immer mehr rund um den ÖFB-Strafraum festsetzte, gelang es im 4-5-1-System gegen den Ball den finalen Pass zu unterbinden. Erst nach einem Eckball musste Laura Wienroither in höchster Not und mit vollem Körpereinsatz vor Beth Mead klären (15.), Virginia Kirchberger rettete vor Ellen White (36.). Torhüterin Manuela Zinsberger war also im Grunde noch gar nicht geprüft worden, als sie hinter sich greifen musste. Der erste Versuch von Fran Kirby wurde geblockt, ihre Flanke aber fand dann den Kopf Whites – die City-Stürmerin krönte ihr 100. Länderspiel mit dem 45. Tor (39.). Nun war Englands Angriff auf Betriebstemperatur, doch Zinsberger zeichnete sich gegen Lauren Hemp (41.) und bei einer Doppelchance von Kirby bzw. White (45.) aus.

Dem Ausgleich zweimal nah

Der Pausenpfiff beendete die englische Druckphase, Österreich sammelte sich in der Kabine neu. Beinahe wäre es geglückt, den großen Favoriten auf dem falschen Fuß zu erwischen, Torhüterin Mary Earps parierte Schüsse von Plattner (53.) und Barbara Dunst (55.) mit Glanzparaden. Danach verlagerte sich das Geschehen wieder vor Zinsberger, die gegen Mead (65.), Kirby (69.) und Rachel Daly (85.) eine höhere Niederlage verhinderte.

„Die Favoritenrollen hat man auf dem Feld gesehen. Ich bin stolz wie wir aufgetreten sind, leidenschaftlich verteidigt und in der zweiten Halbzeit auch mutige Akzente gesetzt haben“, resümierte Teamchefin Irene Fuhrmann nach der ersten Niederlage. Das Rennen um das WM-Playoff ist ein enges mit den punktegleichen Nordirinnen (11:0 gegen Nordmazedonien), am Dienstag in Luxemburg ist ein ÖFB-Sieg deshalb Pflicht.