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HomePod Minis

Apple bleibt - smart und bunt - am Ball

Die kleinen Siri-Kugeln singen nur für iPhone-Nutzer.
Die kleinen Siri-Kugeln singen nur für iPhone-Nutzer.Apple
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Apple verpasst seinen HomePod Minis einen neuen Anstrich. Der kleine Siri-Speaker kostet 99 Euro; ein Kampfpreis für Cupertino-Verhältnisse. Was er kann und wie er klingt.

Farbenprächtig geht es bei Apple in den Herbst. Der smarte Siri-Lautsprecher HomePod Mini ist seit wenigen Tagen in den Farben Blau, Safrangelb und (Blut-) Orange erhältlich. Dennoch bleibt die Assoziation zum „Magic 8 Ball“ haften: Sie kennen es, dieses an eine Billard-Kugel erinnernde Kinderspielzeug aus den 1950er-Jahren, das auf alle Fragen dieser Welt mit 20 unterschiedlichen Antworten parierte. Siri hat da deutlich mehr zu bieten, denn – wie könnte es anders sein – Apples Assistentin ist mit an Bord.

Die Sound-Kugel ist überraschend günstig und mit nur 99 Euro ein Schnäppchen. Ein günstiges Apple-Gerät ist wahrlich nicht immer ein Widerspruch. Wer glaubt, mit dem HomePod Mini ein abgespecktes Schmalspur-Küchenradio zu bekommen, der tut dem Device unrecht.

Die sprechende Orange. Insgesamt fünf Optionen stehen nun zur Auswahl (Weiß und Dunkelgrau) und Apple zeigt hier einmal mehr die Liebe zum Detail: Das geflochtene USB-C-Stromkabel ist farblich passend zum Device gehalten. Unklar bleibt, wieso dieses Kabel weiterhin fix im Gerät ist. An der Oberseite übt man sich in Zurückhaltung. Lediglich die Lautstärke-Regler sind oben angezeigt. Siri zeigt sich beim Einrichten als bunte Wellen-Erscheinung. Das Aufwecken von Siri lässt sich in den Einstellungen definieren. Per Sprachbefehl oder „Hand auflegen“ am Gerät selbst, oder beides.

Was braucht man? Grundvoraussetzung für die Lautsprecher ist, dass man bereits den Fuß in der Apple-Tür hat. Also ohne iPhone und Apple Music macht der Lautsprecher kaum Sinn. Mit Android-Geräten kann die Siri-Kugel nicht eingerichtet werden.

Die neuen HomePod Minis sind funktionsidentisch mit den bestehenden farblosen Modellen. Bei den Treibern sowie den Bässen wurde nicht aufgefrischt. Im Test zeigte sich schnell, dass es auch nicht nötig gewesen wäre. Trotz ihres winzigen Formats, liefern sie einen erstaunlich guten und vollen Klang mit klaren Mitten und kräftigen Bässen; auch bei geringer Lautstärke. Das liegt am verwendeten S5-Chip, der 180 Mal pro Sekunde die Wiedergabe analysiert und sich der Charakteristik des abgespielten Liedes anpasst. Das macht sich in subtilen Lautstärke-Anpassungen bemerkbar. Vor allem hat sich das Gerät als Wecker ins Herz der Autorin gespielt. Normalerweise gibt es da genau zwei Optionen: Entweder es ist nichts zu hören. Das hat den Vorteil, man schlummert selig weiter, kommt aber zu spät zur Arbeit. Oder: Man hat eine Nahtoderfahrung, weil man zu nachtschlafender Zeit von Unbekannten angebrüllt wird. Beides nicht ideal.

Zurück zum HomePod Mini, mit dem man sich auch so manchen Scherz erlauben kann. Funktioniert nur einmal und nennt sich bei Apple Intercom. Voraussetzung: Ein zweiter HomePod Mini und ein nichtsahnender Partner. Bei Apple nennt sich die Funktion „Intercom“ und dient prinzipiell dazu, die Kommunikation zwischen Zimmern und Etagen zu vereinfachen. So kann man zum Beispiel sagen: „Intercom mit Esszimmer: Ist das Essen endlich fertig?“ Und es funktioniert auch von außerhalb. So können die Kinder zum Beispiel vorgewarnt werden, wenn man früher als erwartet nach Hause kommt.

Ein Farbtupfer mit Extras. Am Ende des Tages wird jeder smarte Lautsprecher nur für die einfachsten Dinge verwendet: Timer und Wecker, Musikwiedergabe und als Intercom. Das kann einem aber, gemessen am Klang, den Preis Euro durchaus wert sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.11.2021)