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Literatur

„Das Archiv der Träume“: Alle Herzen brechen gleich

Die amerikanische Autorin Carmen Maria Machado öffnet die Türen zu den Zimmern ihres Traumhauses.
Die amerikanische Autorin Carmen Maria Machado öffnet die Türen zu den Zimmern ihres Traumhauses.Art Streiber
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In ihrem autobiografischen Roman analysiert die amerikanische Autorin Carmen Maria Machado eine toxische Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen.

Während in Österreich aus aktuellem Anlass wieder einmal öffentlich über häusliche Gewalt gesprochen wird und über die vielfältigen Gefahren, denen Frauen auf der ganzen Welt in ihren Beziehungen zu Männern ausgesetzt sind, ist die amerikanische Autorin Carmen Maria Machado einen Schritt weiter. In ihrem 2017 erschienenen Debüt, dem Erzählband „Ihr Körper und andere Teilhaber“ (2019 auf Deutsch veröffentlicht), hat sie sich explizit mit der weiblichen Körperlichkeit und Sexualität und den meist männlichen Angriffen auf diese auseinandergesetzt, nun beleuchtet sie die Gewalterfahrungen und das toxische Potenzial in Beziehungen zwischen lesbischen und queeren Frauen. Diese sind im öffentlichen Diskurs weitaus weniger präsent und wissenschaftlich erforscht als Gewaltstrukturen in heterosexuellen Konstellationen.

Lange Zeit herrschte hier das Dogma: „Frauen, die Frauen seien, würden ihre Freundinnen nicht misshandeln; echte Lesben würden so etwas nicht tun.“ Erst die Butches, also maskulin wirkende oder sich so inszenierende Lesben, würden das „Patriarchat in die lesbische Utopie schmuggeln“.