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Bargeld wurde immer fälschungssicherer. Hundert Prozent Schutz gibt es aber auch hier nicht.
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Falschgeld

Der falsche Fuffziger kommt aus dem Darknet

Hohe Sicherheitsstandards und die pandemiebedingten Konsumeinschränkungen haben den Blütenumlauf stark sinken lassen. Dafür nutzen Fälscher für die Produktion und den Vertrieb gänzlich neue Plattformen.

Wien. „Falsche Fuffziger“ begegnen uns im Alltag leider öfter, als uns lieb ist. Damit meinen wir Schwindler und Betrüger – mit gefälschten 50-Euro-Scheinen hat die Redewendung nichts zu tun. Sehr wohl aber mit Fälschungen, denn ursprünglich dürfte eine falsche 50-Pfennig-Münze gemeint gewesen sein. Mit solchen Bagatellen geben sich Fälscher schon lang nicht mehr ab. Ihr „Metier“ richtet sich auf Banknoten und Millionenbeträge.

Falschgeld – das Thema ist fast so alt wie das Geld selbst, schon in der Antike wurde gefälscht. Was uns daran so fasziniert, obwohl wir natürlich wissen, dass die Herstellung von Blüten, wie kopierte Banknoten genannt werden, illegal ist? Für eine gute Fälschung bedarf es hoher Kenntnisse und Fertigkeiten, Fälscher gelten als „Künstler“ und erlangen als solche auch – zweifelhaften – Ruhm. So etwa der deutsche Hans-Jürgen Kuhl, der sich nach dem Fund von 16,5 Millionen falscher Dollarnoten im Jahr 2007 rühmte, dass CIA-Experten seine Dollarblüten für die besten hielten, die sie je sichergestellt hatten. Als „König“ dieser Zunft gilt der Portugiese Artur Virgílio Alves dos Reis, der in den 1920er-Jahren mit 300 Millionen Escudos fast die portugiesische Wirtschaft in den Ruin getrieben hat.

Neue Versuchungen

Die Zeiten haben sich geändert, aber die moderne Technik bringt auch neue Versuchungen. Es ist kein Witz: Wenn man in der Google-Suche das Schlagwort „Falschgeld 3-D-Drucker“ eingibt, purzeln einem Bildanzeigen von zig 3-D-Geräten entgegen, mit denen man – angeblich – Banknoten ganz einfach drucken kann. Die Notenbanken, die weltweit mit viel Finesse Geldscheine fälschungssicher machen, halten dagegen. Münzen werden ja heute so gut wie gar nicht gefälscht. Die Zahlen spiegeln jedenfalls einen deutlichen Abwärtstrend: Laut Oesterreichischer Nationalbank wurden 2020 hierzulande 6321 Stück falsche Banknoten sichergestellt – ein Rückgang um 20,8 Prozent. 2019 fiel der Rückgang mit 31,8 Prozent noch deutlicher aus. Im Vergleich dazu hat die OeNB 2019 1,8 Milliarden Geldscheine auf ihre Echtheit geprüft, im Vorjahr waren es 1,4 Milliarden. Die beliebteste Blüte ist wie schon in den vergangenen Jahren der 50-Euro-Schein, knapp gefolgt vom Zwanziger.