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„Mein Dienst für Österreich“

Seit der Einführung von „Mein Dienst für Österreich“ haben sich zahlreiche Grundwehrdiener für eine verlängerte Dienstzeit entschieden.
Seit der Einführung von „Mein Dienst für Österreich“ haben sich zahlreiche Grundwehrdiener für eine verlängerte Dienstzeit entschieden.(c) Martin Sommer
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Grundwehrdiener können im Zuge ihrer Ausbildung mehrere Optionen auf freiwilliger Basis wählen, beispielsweise die Verlängerung der Dienstzeit um drei Monate. Danach steht eine Vielzahl an Karrierewegen zur Auswahl.

„Beim Bundesheer lernt man unglaublich viel, vor allem was Disziplin und Organisation betrifft. Ich persönlich habe gelernt, dass ich zu viel mehr in der Lage bin, als ich geglaubt habe, wenn ich es nur richtig will und konsequent versuche“, blickt Wendelin Schuen mit guten Erinnerungen auf seinen Grundwehrdienst zurück. Im Juli 2020 rückte er als 19-Jähriger beim Aufklärungs- und Artilleriebataillon 3 in Mistelbach ein. Während des Grundwehrdienstes meldete er sich für das „Modell 6+3“ und sammelte drei Monate lang im sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz an der Kärntner und der burgenländischen Grenze wertvolle Einsatzerfahrung, die ihm heute auch bei seinem militärischen Nebenjob als Milizsoldat in der Jägerkompanie Korneuburg hilft.

Modell 6+3

Jus-Student Schuen war im Sommer des Vorjahres einer der Ersten, der die Möglichkeit von „Mein Dienst für Österreich“ aktiv in Anspruch nehmen konnte. Das neue Programm des österreichischen Bundesheeres zielt darauf ab, junge Rekruten für einen längeren Dienst beim Militär zu gewinnen und bietet Grundwehrdienern im Zuge ihrer Ausbildung mehrere Optionen.
So können Grundwehrdiener seit dem Vorjahr nach der sechsmo-
natigen Grundausbildung ihren Dienst freiwillig um bis zu drei Monate verlängern, in denen sie ihre militärische Grundausbildung festigen und im Rahmen eines sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatzes in der Praxis anwenden. Konkret geht es dabei nach erfolgter Einsatzvorbereitung um wichtige Assistenzleistungen für die Grenzraumüberwachung oder die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Auf dem Programm stehen etwa die Unterstützung der Polizei bei Grenzkontrollen und Schwerpunktaktionen, Personen- und Kfz-Kontrollen oder auch Streifen und Beobachtungsposten im Grenzgebiet. Der Zusatzdienst wird mit rund 3000 Euro netto pro Monat vergütet.

Milizübung & Kaderausbildung

Zu den Optionen im Rahmen des Maßnahmenpakets für ein attraktives Bundesheer zählt für Rekruten auch, sich schon während ihres Grundwehrdiensts freiwillig zu Milizübungen zu melden. Wer sich dafür entscheidet, erhält ab dem dritten Ausbildungsmonat eine monatliche Anerkennungsprämie von rund 400 Euro. Nach der Ableistung des Grundwehrdienstes besteht so die Chance, Teil einer großen Gemeinschaft mit rund 33.000 Milizsoldaten zu werden. Neben Grundwehrdienern und Berufssoldaten stellt die Miliz das Gros der Einsatzorganisation des Österreichischen Bundesheeres.
Darüber hinaus ist unter dem Motto „Mein Dienst für Österreich“ ab dem dritten Monat des Grundwehrdienstes der Einstieg in die Führungsausbildung im Rahmen der vorbereitenden Kaderausbildung möglich. Der Einstieg erfolgt vorab mit einer Leistungsüberprüfung. Junge Führungskräfte absolvieren dabei eine zweitätige Testung im Testcenter des Heerespersonalamts in Wels, wo sie einen professionellen Gesundheitscheck und einen Überblick über ihre körperliche und psychische Leistungsfähigkeit bekommen. Diese Ausbildung für zukünftige Führungskräfte wird noch einmal mit rund 200 Euro Kaderausbildungsprämie extra pro Monat belohnt. Das Angebot kann zudem der erste Schritt in die Kaderanwärterausbildung oder in die neu gestaltete modulare Ausbildung zum Milizunteroffizier sein.

Ziel: Milizunteroffizier

Rekruten, die sich während ihres Grundwehrdienstes für die modulare Ausbildung zum Milizunteroffizier melden, erhalten eine fundierte militärische Ausbildung, die mit der vorbereitenden Kaderausbildung endet. Danach folgen vier Pflichtmodule im Rahmen einer Ausbildung, die besonders auf die zeitlichen Einschränkungen von Berufstätigen abgestimmt ist. Vorgesehen sind maximal zwei Wochen je Ausbildungsmodul sowie eine Übung zur „Bewährung in der Funktion“. Nach erfolgreichem Abschluss der Module bzw. der Übung ist die Ausbildung zum Milizunteroffizier mit der Beförderung zum Wachtmeister abgeschlossen. Dieser Einsatz für Österreich wird übrigens mit Prämien belohnt: 603 Euro für den Abschluss des Moduls Führung. 1.111 Euro für den Abschluss der gesamten Ausbildung innerhalb von 18 Monaten oder 555 Euro bei einem Abschluss innerhalb von 24 Monaten.
Wer eine Führungsfunktion als Milizunteroffizier anstrebt, kann nach der Eignungsprüfung im Testcenter Wels neben dem modularen Angebot auch die durchgängige Kaderanwärterausbildung des Bundesheeres wählen. Sie besteht aus drei Abschnitten und dauert insgesamt 18 Monate. Die ersten beiden Ausbildungsabschnitte (12 Monate) werden gemeinsam mit angehenden Berufssoldaten absolviert. Der dritte und letzte Teil findet als Fernausbildung statt. Schwerpunkt des Moduls Ausbildungsmethodik ist hier die Vorbereitung auf die Aufgaben als Ausbilder, Kommandant oder auf jene der gewählten Fachrichtung. Eine Online-Prüfung beendet diesen letzten Teil. Nach einer zweiwöchigen Ausbildungspraxis an der Heeresunteroffiziersakademie in Enns ist es geschafft: Die Beförderung zum Wachtmeister schließt die Ausbildung zum Milizunteroffizier ab.

Der Weg zum Milizoffizier

Zusätzliche eineinhalb Jahre müssen jene investieren, die den Weg zum Milizoffizier gehen wollen. Zu durchlaufen sind analog zur Kaderanwärterausbildung drei Abschnitte (zwölf Monate davon gemeinsam mit den in Ausbildung befindlichen Berufssoldaten), wobei der verlängerte dritte Teil ebenso wie beim Milizunteroffizier in Form einer Fernausbildung stattfindet (Modul Ausbildungsmethodik). Während für Milizunteroffiziere mit der Beförderung zum Wachtmeister ein Abschluss erreicht ist, geht es für angehende Milizoffiziere mit Milizübungen sowie Kursen und Lehrgängen an der Theresianischen Militärakademie Wiener Neustadt und den Waffen- und Fachschulen weiter.
Ist die insgesamt vierjährige Ausbildung erfolgreich absolviert, haben Milizoffiziere ihren Platz auf fast jeder Ebene des Bundesheeres. Typische Startpositionen als Offizier sind Zugskommandant oder stellvertretender Kompaniekommandant. Zu den Aufgaben gehören die Planung, Führung und Qualitätskontrolle der Ausbildung. Mit zunehmender Übungserfahrung und Weiterbildung stehen Milizoffizieren weitere Wege offen. Die Bandbreite reicht vom Bataillonskommandanten und Fachoffizier im Bataillons- oder Brigadestab bis hin zu einer Funktion im Bundesministerium für Landesverteidigung.

Option Cyberkraft

Um den Grundwehrdienst so attraktiv wie möglich zu machen, bietet das Bundesheer eine Vielzahl von Zusatzausbildungen an. Ziel ist es, Grundwehrdiener in jenen Fachbereichen einzusetzen, die deren Ausbildung entspricht. Besonders gefragt sind aktuell IT-Fachleute. Wer als Cybergrundwehrdiener tätig sein will, kann seinen Wunsch direkt bei der Stellung bekannt geben. Auf lange Sicht lockt die Möglichkeit, zu den Cyberkräften des Bundesheeres zu gehören, die für die Sicherstellung der IKT-basierten Kommunikation und die Bereitstellung von Informationen in den eigenen Heeresnetzen verantwortlich sind. Das Aufgabenspektrum reicht von der Entwicklung neuer Fähigkeiten über Einsatzplanung und Führung bis hin zur Bereitstellung von allen IKT-Services sowie militärgeographischen Informationen. Die Cyberkräfte stellen die Handlungsfähigkeit in der fünften Dimension, dem Cyber- & Informationsraum, sicher und gewährleisten den Schutz von Daten und Informationen des Ressorts. Bei den Cyberkräften kann man mit der richtigen Ausbildung sowohl als Militärperson als auch als Zivilbediensteter den passenden Job finden.

Berufsweg Soldatin

Dass immer mehr IT-Expertinnen die Cyberfront verteidigen, gehört zum Selbstverständnis des Bundesheeres, welches eine stetig anwachsende Zahl an Frauen in seinen Reihen zählt. Rund 700 sind es aktuell, die ihren Dienst als Soldatin versehen.
Der Weg für alle, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen wollen, kann bereits im Alter von 17 Jahren mit der Abgabe einer freiwilligen Meldung beginnen. Empfehlenswert ist zu Beginn die Teilnahme beim freiwilligen Vorbereitungswochenende. Dieses dient vor allem der Überprüfung und Verbesserung der eigenen Fitness. Die Soldatinnen in spe erhalten zudem alle wichtigen Informationen über ihren angestrebten Beruf beim Bundesheer und bekommen einen Ausblick auf die Eignungsprüfung. Die Eignungsprüfung selbst findet in Wels, Oberösterreich, statt und dauert drei Tage. Zu absolvieren gilt es, wie bei den männlichen Kollegen, psychologische Tests, einen Test zur Prüfung der Deutsch-Kenntnisse, Gesundheits-Checks und eine Überprüfung der körperlichen Fitness.
Nach Bestehen der Eignungsprüfung kommt mit dem „Einrücken“ der Tag, an dem die Ausbildung zur Soldatin beginnt. In den ers-
ten Monaten der Ausbildung werden die wichtigsten militärischen Grundlagen gelehrt, unter anderem der richtige Umgang mit der Ausrüstung, das Zurechtfinden im Gelände und das Verhalten in der Kaserne. Als angehende Offiziere und Unteroffiziere verbringen die Soldatinnen diese Zeit bei einer sogenannten Lehrkompanie. Soldatinnen in einer Kaderpräsenzeinheit rücken in den Verband ein, den sie zuvor ausgewählt haben.
Im Anschluss an die Basisausbildung beginnt der spezielle Karriereweg als Offizier, Unteroffizier oder Soldatin in einer Kaderpräsenzeinheit.
Welcher Weg eingeschlagen wird, ist eine Frage der persönlichen Interessen. Angeboten wird seitens des Bundesheeres eine breite Auswahl an Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten mit fairer Bezahlung und guten Aufstiegschancen, ob zu Land oder bei den Luftstreitkräften.

Neuerungen auf einen Blick

Assistenzeinsatz nach dem Grundwehrdienst: Wer nach dem Grundwehrdienst Zeit hat und noch mehr für die Republik leisten möchte, kann sich zu einem dreimonatigen Einsatz melden und so unsere Grenzen schützen. Freiwillige erhalten dafür pro Monat mehr als 3000 Euro netto.

Milizbonus: Alle Grundwehrdiener, die sich zur Miliz melden (30 Übungstage in zehn Jahren), erhalten ab dem dritten Monat 400 Euro im Monat zusätzlich zu ihrem Sold.

Milizkaderausbildung: Rekruten, die sich zur Miliz gemeldet haben, können noch während ihrem Grundwehrdienst den ersten Teil ihrer Milizausbildung absolvieren: Sie melden sich auch zur Milizkader­ausbildung und erhalten monatlich weitere 200 Euro.

Zusatzausbildungen während des Grundwehrdienstes: Das Bundesheer bietet eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten. Von der Hygiene­ausbildung über die Sanitäterausbildung bis hin zum LKW-Schein oder zum Programmierkurs.

Stellungsstraße wird zur Gesundheitsstraße: Mit einer Vielzahl von Untersuchungen wird die Stellung aufgewertet. Rekruten bekommen dort nun eine umfassende Untersuchung geboten.

Nähere Informationen unter: karriere.bundesheer.at