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Salzburg Schokolade

Mozartkugel-Produzent in Konkurs

Das Unternehmen Salzburg Schokolade wurde bereits 1897 gegründet.
Das Unternehmen Salzburg Schokolade wurde bereits 1897 gegründet.(c) imago images/Manfred Segerer (Manfred Segerer via www.imago-images.de)
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Das Unternehmen, das die Mirabell-Mozartkugeln produziert, sei ab 2020 schwer von der Coronapandemie getroffen worden, sagt der Geschäftsführer von Salzburg Schokolade. Grund waren unter anderem die ausbleibenden Touristen in Wien und Salzburg.

Der Süßwarenhersteller Salzburg Schokolade mit Sitz in Grödig (Flachgau) ist in Konkurs. Am Landesgericht Salzburg wurde am Dienstag nach einem Eigenantrag des Unternehmens Salzburg Schokolade GmbH. das Konkursverfahren eröffnet. Betroffen von der Großinsolvenz sind rund 140 Dienstnehmer und mehr als 600 Gläubiger. Passiva von 27,3 Millionen Euro (zum Liquidationswert) stehen Aktiva von 23,35 Millionen Euro (davon 13,75 Millionen Euro freies Vermögen) gegenüber. Zum Masseverwalter wurde der Salzburger Rechtsanwalt Johannes Hirtzberger bestellt. Die Berichtstagsatzung wurde mit 13. Dezember festgelegt, die Prüfungstagsatzung mit 7. Februar 2022. Die vorgelegte Fortstandsprognose ergibt vorerst ein negatives Ergebnis, die Sanierbarkeit des Unternehmens wird gesondert zu prüfen sein, berichtet der Gläubigerschutzverband KSV1870.

In einem Schreiben der Geschäftsführung an die Mitarbeiter und Geschäftspartner hoffte man darauf, das Unternehmen fortführen zu können. Obwohl man in den vergangenen Jahren Gewinne erzielen habe können, sei das Unternehmen ab 2020 schwer von der Corona-Pandemie getroffen worden, schreibt Geschäftsführer Christian Schügerl. Aufgrund des massiven Rückgangs von Touristen, Veranstaltungen und Anlässen wie Geburtstags- und Hochzeitsfeiern sank die Nachfrage nach den Süßwaren von Salzburg Schokolade - was zu einem signifikanten Umsatzrückgang geführt habe. Zudem seien Süßwarenfachgeschäfte in Wien und Salzburg wegen fehlender Touristen teilweise wochenlang geschlossen gewesen.

Den Umsatzrückgang aus dem Vorjahr habe man im neuen Geschäftsjahr nur stellenweise kompensieren können. Trotz neuer Kunden im Exportgeschäft und der staatlichen Corona-Hilfen werde man wie im Vorjahr heuer erneut einen erheblichen Verlust einfahren. "Der aktuelle Lockdown und erhebliche Kostensteigungen bei Rohstoffen, Energie, Löhnen, Logistikkosten und Verpackungsmaterialien waren weitere Gründe", so Schügerl weiter. Er habe darum heute, Montag, den Insolvenzantrag eingebracht.

Den Mitarbeitern können die Novemberlöhne und -Gehälter und das Weihnachtsgeld nicht überwiesen werden. Das Unternehmen verwies auf den Insolvenzentgeltfonds, der die Zahlungen sichere und riet den Beschäftigten, die Arbeiterkammer zu kontaktieren. Der Salzburger AK-Präsident Peter Eder sagte den betroffenen Mitarbeitern am Montagabend Unterstützung zu. Zunächst werde man aber noch warten, wer morgen als Masseverwalter eingesetzt wird. "Wir wollen dann alles in die Wege leiten, damit sich die Menschen zumindest über Weihnachten finanziell keine Sorgen machen müssen."

Mirabell-Kugeln und mehr

Bekannt ist Salzburg Schokolade nicht nur für Süßigkeiten für den Endverbraucher - etwa seine Marken Bobby Schokoriegel, "Maria Theresia"-Taler und Salzburg Confisérie. Das Traditionsunternehmen stellt exklusiv für den US-Konzern Mondelez auch die "Echte Salzburger Mozartkugel" von Mirabell her. Außerdem beliefert die Firma Großverbraucher wie Bäckereien und Konditoren unter der Marke "nordpol" Halbfabrikate wie Nougat, Marzipan, Couverturen, Waffeln oder Glasuren.

Das Unternehmen wurde 1897 unter dem Namen Rajsigl-Süßwarenfabrik in der Stadt Salzburg gegründet und übersiedelte 1956 ganz nach Grödig. Nach mehreren Eigentümerwechseln gehört das Gros der Anteile seit dem Jahr 2014 der Philipp Harmer Beteiligungs-GmbH, Geschäftsführer Christian Schügerl hält einen kleinen Teil am Unternehmen. Zu Salzburg Schokolade gehört auch ein Werk in Tschechien, das auf die Verpackung von Süßwaren und Lebensmitteln spezialisiert ist und von der Insolvenz laut Schügerl nicht betroffen ist. Der Umsatz für das Jahr 2019 betrug laut Wirtschaftscompass 28,72 Millionen Euro. Zahlen für das erste Corona-Jahr 2020 waren nicht bekannt.

(APA)