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Verbraucherpreise

Inflation im November auf höchstem Wert seit 1992

Teures Heizöl treibt die Inflation nach oben
Teures Heizöl treibt die Inflation nach obenAPA/dpa/Christian Charisius
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Steigende Treibstoff- und Energiepreise treiben weiterhin die Inflation nach oben. Mit 4,3 Prozent war die Teuerungsrate im November  so hoch wie zuletzt im Mai 1992. EU-weit dürften die Preise sogar um 4,9 Prozent zulegen.

Die Preisschübe bei Treibstoffen und Heizöl treiben europaweit die Inflation nach oben. In Spanien gab es im November mit 5,6 Prozent den höchsten Wert seit fast 30 Jahren, in Deutschland war die Inflation im November mit 5,2 Prozent so hoch wie zuletzt 1992. Auch vor Österreich macht die Inflationsspirale keinen Halt. Waren im Oktober 3,7 Prozent der höchste Wert seit 13 Jahren, so sind 4,3 Prozent im November bereits der höchste Wert seit Mai 1992. Das geht aus Berechnungen der Statistik Austria im Rahmen einer Schnellschätzung hervor. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um 0,7 Prozent.

Steigende Treibstoff- und Energiepreise würden weiter zu einem deutlichen Anstieg der Inflationsrate führen, so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Dienstag. Details zur heimischen Inflationsentwicklung im November wird die Statistik Austria am 17. Dezember veröffentlichen. 

4,9 Prozent im Euro-Raum

Die Inflation im Euroraum ist im November aufgrund kräftig gestiegener Energiepreise auf das bisher höchste Niveau seit Beginn der Messung im Jahr 1997 geklettert. Die Teuerungsrate lag im November bei 4,9 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten nur mit einer Rate von 4,5 Prozent gerechnet.

Getrieben wurde die Teuerung im November einmal mehr durch einen extrem starken Anstieg der Preise für Energie, die sich zum Vorjahresmonat um 27,4 Prozent verteuerte. Lebens- und Genussmittel waren um 2,2 Prozent teurer als vor einem Jahr. Etwas deutlicher verteuerten sich Industriewaren und Dienstleistungen. Ohne Energie, Lebens- und Genussmittel stieg das Preisniveau um 2,6 Prozent. Diese sogenannte Kernrate wird von vielen Ökonomen als verlässliches Inflationsmaß angesehen.

In den großen Volkswirtschaften der Eurozone ist die Inflation in Deutschland am stärksten. In Frankreich, der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft, ist der Preisauftrieb mit einer Rate mit 3,4 Prozent deutlich schwächer. In Italien liegt die Inflationsrate ebenfalls spürbar niedriger bei 4,0 Prozent.

Volkswirte gehen davon aus, dass der Anstieg der Verbraucherpreise im November den Höhepunkt erreicht hat. Im kommenden Jahr sei mit einem deutlichen Rückgang der Inflation zu rechnen. "Zum einen fällt dann die Anhebung der Mehrwertsteuer in Deutschland Anfang dieses Jahres aus dem Vorjahresvergleich heraus", sagte Experte Christoph Weil von der Commerzbank. Außerdem dürften die Energiepreise in den kommenden Monaten nicht mehr so stark steigen wie in den ersten Monaten 2021.

Das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt bei zwei Prozent und wird bereits seit Monaten deutlich überschritten. Die Notenbank bewertet die Entwicklung als vorübergehend und rechnet im kommenden Jahr mit rückläufigen Inflationsraten. Leitzinserhöhungen hat die EZB bisher nicht signalisiert.

Allerdings verweisen Analysten darauf, dass sich die Inflation im kommenden Jahr zäher auf einem erhöhten Niveau halten dürfte als bisher erwartet. Nach Einschätzung von Commerzbank-Experten Weil sollte sich diese Erkenntnis auch in der EZB durchsetzen, die ihre Inflationsprognose für das kommende Jahr ebenfalls nach oben revidieren dürfte.

 

(APA/Reuters)