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Leitartikel

Wenn die Preise auf Rekordjagd gehen

Die EZB sollte jetzt nicht abwiegeln, sondern klar sagen, wie sie das Problem zu lösen gedenkt.APA/AFP/DANIEL ROLAND
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Saftige Teuerungsraten werden uns noch länger begleiten. Die EZB sollte jetzt nicht abwiegeln, sondern klar sagen, wie sie das Problem zu lösen gedenkt.

Die Jüngeren unter uns spüren jetzt zum ersten Mal am eigenen Leib, was Teuerung bedeutet: Die Inflationsrate ist im November auf 4,3 Prozent gestiegen. In wichtigen europäischen Volkswirtschaften wie Deutschland und Spanien liegt sie schon deutlich über fünf Prozent. Und sie wird im Dezember weiter klettern. Die Raten nähern sich damit rasant den Spitzenwerten nach dem ersten Ölschock in den siebziger Jahren an.
Nur, dass es damals noch Zinsen gab. Sparbücher warfen bis zu vier, fünf Prozent Zinsen ab, Staatsanleihen waren mit gut acht Prozent verzinst. Die realen Renditen waren zumindest bei den Sparprodukten zwar auch negativ, aber erträglich.

Was wir jetzt sehen, ist hohe Inflation bei Nullzinsen. Also eine finanzielle Repression, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg erst einmal ganz kurz „genossen“ haben. Eine reale Negativverzinsung von um die fünf Prozent, wie wir sie wohl bald bekommen werden, bedeutet, dass die Kaufkraft des angesparten oder in Staatsanleihen investierten Vermögens in zehn Jahren um rund 40 Prozent schrumpft. Viel Spaß bei der privaten Altersvorsorge!