China: Kompromissbereitschaft bei Währungsstreit

A 100 yuan banknote is placed next to $100 banknotes in this picture illustration taken in Beijing
(c) REUTERS (Petar Kujundzic)

Chinas Präsident Hu Jintao will das Wechselkurssystem "perfektionieren", um mehr Flexibilität zu schaffen. China und die USA liegen sich wegen des billigen Yuans in den Haaren.

Im Währungsstreit mit dem Westen hat China kurz vor dem G-20-Gipfel Kompromissbereitschaft signalisiert: Die Volksrepublik wolle ihr Wechselkurssystem perfektionieren, um der Landeswährung Yuan mehr Flexibilität zu verschaffen, kündigte Präsident Hu Jintao im Gespräch mit der französischen Zeitung "Le Figaro" an. "Die Regeln von Angebot und Nachfrage sollen besser funktionieren." Die USA werfen China seit längerem vor, die Landeswährung künstlich niedrig zu halten, um den eigenen Exporteuren Wettbewerbsvorteile im Welthandel zu verschaffen.

Es sei wichtig, Fairness im Handel durch die Bekämpfung von Protektionismus zu steigern, betonte Hu. Der chinesische Staatschef äußerte sich kurz vor seinem am Donnerstag beginnenden Frankreich-Besuch. Dabei dürfte bei einem Treffen mit Präsident Nicolas Sarkozy der Währungsstreit zur Sprache kommen. Wie das Wirtschaftsblatt "Les Echos" berichtet, wird Hu während der Visite voraussichtlich auch einen 3 Milliarden Dollar (2,15 Milliarden Euro) schweren Vertrag mit dem französischen Atomkonzern Areva unterzeichnen, der den chinesischen Nuklear-Reaktor in Guangdong mit Uran beliefern soll.

Bindung an Dollar aufgegeben

Die USA haben vor dem G-20-Gipfel vom 10. bis 12. November in Seoul ihre Erwartungen an eine Lösung im Währungskonflikt zuletzt heruntergeschraubt. "Wir gehen nicht davon aus, dass der Streit mit der Volksrepublik ein für alle Mal in Seoul beigelegt wird. Dazu sind weitere Bemühungen nötig", sagte der stellvertretende Sicherheitsberater im US-Präsidialamt, Michael Froman. China hatte die feste Bindung des Yuan an den Dollar im Juni aufgegeben. Seither darf sich der Yuan täglich in einer Spanne um einen Referenzkurs bewegen. Die Volksrepublik will dem Yuan nur nach und nach mehr Spielraum verschaffen.

Zugleich will die Notenbank ihre Geldpolitik künftig schrittweise aus dem Krisenmodus lösen und normalisieren. In ihrem Vierteljahresbericht teilte die Zentralbank mit, sie bleibe aber vorerst bei ihrer gemäßigt lockeren Geldpolitik. Nach Einschätzung des Nationalen Statistikamtes droht in diesem Jahr kein großer Inflationsdruck. Die Teuerungsrate werde auf Jahressicht im Schnitt nicht die Marke von 3,5 Prozent überschreiten, sagte der Chefvolkswirt der Behörde, Yao Jingyuan. Die Regierung peilt eine durchschnittliche Preissteigerung von 3,0 Prozent an. Im September lag die Inflationsrate im Jahresvergleich bei 3,6 Prozent, dem höchsten Wert seit 23 Monaten. Für Oktober rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg.

Chinas Notenbankchef Zhou Xiaochuan hatte vergangenen Monat vor Risiken für die Wirtschaft wie etwa einem Anstieg der Teuerung, Belastungen für das Bankensystem durch faule Kredite und platzenden Vermögenspreisblasen gewarnt und überraschend erstmals seit drei Jahren ihren Leitzins angehoben.

(APA)