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Coronavirus

FPÖ-Stratege Mölzer zu Impfpflicht: "Bin nicht ganz auf Parteilinie"

Der ehemalige FPÖ-EU-Mandatar Andreas Mölzer
Der ehemalige FPÖ-EU-Mandatar Andreas Mölzer(c) imago images
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Andreas Mölzer will sich demnächst den „dritten Stich“ gegen das Coronavirus abholen. Die FPÖ distanziert sich von den Aussagen ihres einstigen EU-Madatars.

Der ehemalige EU-Mandatar der FPÖ, Andreas Mölzer, sieht sich eigenen Aussagen zufolge in puncto Coronamaßnahmen „nicht ganz auf Parteilinie". Er könne sich sogar eine - von den Freiheitlichen nach außen hin bis dato strikt abgelehnte - allgemeine Impfpflicht vorstellen: „Wenn es uns weiterbringt, von mir aus", sagte er am Dienstagabend in der ORF-Sendung „Report“. Und präzisierte: „Wenn es uns nützt und wenn es auch verfassungsrechtlich hält.“ 

„Glücklich ist damit ja niemand. Das sagen ja selbst die Regierenden“, führte Mölzer, der 2009 (und vor seinem Rückzug aufgrund umstrittener Äußerungen zunächst auch 2014) für die blauen als Spitzenkandidat in die Europawahl ging, aus. „Das sagt ja selbst der gräfliche Bundeskanzler und der Gesundheitsminister", verwies der 68-Jährige auf Regierungschef Alexander Schallenberg (ÖVP) und Wolfgang Mückstein (Grüne). Beide sehen derzeit keine Alternative zu einer Impfpflicht, da die Durchimpfungsrate in Österreich „aus epidemiologischer Sicht“ noch zu gering sei, um ein Ende der Pandemie auszurufen.

„Ich bin wirklich da nicht ganz auf Parteilinie", räumte Mölzer ein. Der Grund für seine Haltung: „Es hat keinen Sinn, einen Widerstand gegen das zu leisten, was das Gros der Wissenschaft empfiehlt. Das ergibt von mir aus keinen Sinn", meinte er.

Der Herausgeber der rechts stehenden Wochenzeitschrift „Zur Zeit" machte auch selbst Erfahrung mit der Krankheit: Nach zweifacher Impfung mit dem Vakzin von Astra Zeneca sei er vor Kurzem an Covid-19 erkrankt. „Ich habe einen relativ leichten Verlauf gehabt, aber es ist mir auf gut Kärntnerisch beschissen gegangen", erzählte Mölzer, um dann eine weitere Abweichung von der offiziellen Linie der Freiheitlichen einzuräumen: Er will sich ein drittes Mal impfen lassen.

FPÖ distanziert sich von Mölzers Aussagen

Die FPÖ reagierte am Mittwoch umgehen mit einer Distanz-Erklärung: Mölzers Meinung sei eine Privatmeinung und nicht Parteilinie, hieß es seitens der Bundespartei gegenüber der ORF- ZiB". Mit der „DNA der Freiheitlichen" sei diese nicht vereinbar.

Die stellvertretende Generalsekretärin der ÖVP, Gabriela Schwarz, nahm Mölzers Aussagen unterdessen zum Anlass, die FPÖ und deren Parteichef in die Pflicht zu nehmen: „Herbert Kickls brandgefährliche Corona-Verharmlosung hat dramatische Konsequenzen", verwies sie auf überlasteten Intensivstationen im Land. Immerhin beginne die „Kickl-Front" mit Mölzer oder dem oberösterreichischen Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner zu bröckeln, meinte Schwarz.

(Red./APA)