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Brüssel-Briefing

Nein, Brüssel will Weihnachten nicht abschaffen

FRANCE-EU-PARLIAMENT
Helena Dalli, die maltesische EU-Kommissarin für Gleichstellung, macht keinen sehr geschickten Eindruck.APA/AFP/POOL/YVES HERMAN
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Die verunglückte Stilfibel, mit der die EU-Kommission ihre Beamten auf inklusive Sprache trimmen wollte, veranschaulicht ein tieferes Problem: es gibt zu viele Kommissare, die eigentlich nichts Wesentliches zu tun haben.

Roma locuta, causa finita: ein Vögelchen zwitscherte zu Beginn dieser Woche dem konservativ-populistischen Blatt „Il Giornale“, das dem Bruder von Silvio Berlusconi gehört, Ungeheuerliches. Brüssel, genauer: die Europäische Kommission, wolle den EU-Beamten den Gebrauch des Wortes „Weihnachten“ untersagen. Eine Stilfibel mit dem Titel „European Commission Guidelines for Inclusive Communication“ schreibe den Angestellten der Brüsseler Behörde vor, wie sie zu schreiben und zu sprechen hätten. Beispiel gefällig? Statt „Christmas time can be stressful“ sollten die Eurokraten lieber „Holiday times can be stressful“ schreiben und sagen. Denn: „Nicht jeder feiert die christlichen Feiertage, und nicht alle Christen feiern sie an denselben Daten."

Letzteres ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, und jedem nur oberflächlichen Kenner dessen, was man so flott „judäo-christliches Erbe Europas“ nennt. Trotzdem war die Empörung in den konservativen Schichten der italienischen Öffentlichkeit so groß, dass am Dienstag der Vatikan einschritt. Kardinalstaatssekretär Parolin warnte vor der „Löschung dessen, was die christliche Dimension unseres Europas ist“, auch wenn es natürlich löblich sei, gegen Diskriminierung vorzugehen.