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Sebastian Kurz im Wahlkampf 2019 in Baden bei Wien.
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Analyse

Sebastian Kurz – das Ende eines Phänomens

Das bürgerliche Lager verliert einen Hoffnungsträger. Nicht erst jetzt. Und nicht zum ersten Mal. Was bleibt nun von der türkisen Ideologie?

Im Abgang erinnerte Sebastian Kurz an Karl-Theodor zu Guttenberg. Dieser war in Deutschland Hoffnungsträger für eine neue politische Bürgerlichkeit gewesen – moderner, weltgewandter, eloquenter, sympathischer. Angela Merkel sah gegen ihn alt aus.

Auch die ÖVP sah alt aus, bevor Sebastian Kurz kam. Seine stärkste Zeit hatte er eigentlich, als er noch nicht ÖVP-Chef, als er kurz davor war. Also zu jener Zeit, in der die Umfragen – die echten und die möglicherweise frisierten – steil nach oben zeigten. Als im bürgerlichen Milieu alle – die Unternehmer, die Christlich-Sozialen, die Neos-Wähler von 2013, die ÖVP-Stammwähler, die Jungen, die Frauen, die Senioren – ihre verschiedensten Hoffnungen in ihn setzen konnten. Es war die Zeit, als sein alljährliches „Punsch & Maroni“-Treffen überrannt wurde, also mutmaßlich jeder, der eine Einladung hatte, auch hinging. Das hielt in der Zeit der Kanzlerschaft auch noch an.

Viele Hoffnungen, die in ihn projiziert wurden, musste Sebastian Kurz zwangsläufig enttäuschen.