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Pizzicato

Aus dem Schatten

Sebastian Kurz kann es nicht gewusst haben. Wie auch, er ist ja „weder Heiliger noch Verbrecher“, wie er selbst bei seiner Abschiedsrede gesagt hat.

Amüsant ist es dennoch, dass sich der türkise Altkanzler ausgerechnet an jenem Tag komplett von der politischen Bühne verabschiedet hat, an dem die APA und die Gesellschaft für Österreichisches Deutsch das „Wort des Jahres“ verkündet haben: „Schattenkanzler“. Wie zum Trotz sagte Kurz damit: Das neue Wort des Jahres ist schon wieder Geschichte und passé. Ich gehe. Nix mehr Kanzler. Nix mehr Schatten. Ätsch!

Zum Tag passt auch der im selben Voting ermittelte Spruch des Jahres, den der frühere Neos-Chef Matthias Strolz Anfang Oktober in einem ORF-„Zentrum“ der noch tapfer und stramm für Kurz rennenden Ministerin Elisabeth Köstinger entgegenrief: „Eli, es ist vorbei!“ Vielleicht versteht sie heute, was Strolz damals gemeint hat.

Vorbei ist es jetzt wirklich bald auch für Angela Merkel. Just am großen Tag von Sebastian Kurz, der deutsche Medien auch sehr interessierte, fand der Große Zapfenstreich für sie statt – mit Liedern von Hildegard Knef und Nina Hagen, wie sie es sich gewünscht hatte. Ihr allerletzter Tag als Kanzlerin ist aber erst der 7. Dezember. Somit hat sie den jungen Ösi-Kollegen Kurz sogar im Finish noch überdauert. Es brechen ganz neue Zeiten an.

Reaktionen an: anna.wallner@diepresse.com

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.12.2021)