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Pandemie

Lockdown-Kosten kratzen wöchentlich an Milliardenmarke

Die Presse/Clemens Fabry
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Das IHS schätzt die Wertschöpfungsverluste im aktuellen Lockdown auf zumindest knapp 800 Millionen Euro in der Woche.Im ersten bundesweiten Lockdown lagen diese noch bei etwa 1,4 Milliarden Euro pro Woche.

Die Wirtschaft leidet weltweit weiter an vielen Auswirkungen der Coronakrise. In Österreich kommt noch der laufende Lockdown dazu. Dieser koste in der Woche zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro an Wertschöpfung, sagt das Institut für Höhere Studien (IHS). Ob noch mehr Schaden entsteht, hängt von der Dauer des neuesten Stillstands ab. Lichtblick ist, dass es nach den vergangenen Lockdown-Schocks eine sehr starke und sehr rasche Erholung gab, auch am Arbeitsmarkt.

"Wenn der Lockdown Mitte Dezember aufgehoben wird, dann sind die Effekte gering", sagte IHS-Wissenschafter Helmut Hofer am Freitag online vor Journalisten. In der Tendenz sinken die Wertschöpfungseinbußen mit jedem Lockdown. Der derzeit laufende habe bisher "eher geringe Auswirkungen", so IHS-Ökonom Klaus Weyerstrass. "Ein kurzer Lockdown dürfte nur zu einer temporären Unterbrechung der positiven Entwicklung führen."

Gewöhnungseffekte führen zu Kostenrückgang

Im ersten Stillstand waren es noch bis zu 1,4 Milliarden Euro pro Woche, schrittweise sank die Summe je Lockdown auf etwa eine Milliarde Euro. Für einen Rückgang der Kosten führen Gewöhnungseffekte, neue Angebote des Handels wie mehr "Click & Collect" und mehr Online-Handel sowie Aufholeffekte beim Konsum. Dagegen sprechen ein möglicher Kaufkraftabfluss ins nahe Ausland, wo die Geschäfte und die Gastronomie offenhaben.

Während frühere Wirtschaftseinbrüche tendenziell zu einer langfristigen Erhöhung der Arbeitslosigkeit geführt hätten, gebe es nach den Corona-Lockdowns eine positive Entwicklung, sagte der IHS-Wissenschafter. Durch die Öffnungen sei die Arbeitslosigkeit immer rasch und deutlich zurückgegangen. Ein besonders wichtiges Instrument sei auch die Corona-Kurzarbeit.

Ende November ist es nun wegen des Lockdowns aber wieder zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen - auf knapp 400.000 Ende November. "Das wird sich wahrscheinlich fortsetzen, solange der Lockdown dauert", so Hofer. Auch die Zahl an Corona-Kurzarbeitenden zieht jetzt wieder an, "ist aber noch relativ gering". Ende November waren 80.000 Personen in diesem Krisen-Hilfsmodell. Zum Höhepunkt im ersten Lockdown waren es mehr als eine Million Menschen. Bleibe der Tourismus länger zu oder wirkten sich Reisebeschränkungen nach Österreich negativ aus, könnte die Arbeitslosigkeit recht deutlich steigen, sagte Hofer.

Zur derzeit hohen Inflation geht das IHS davon aus, dass sich diese kommendes Jahr wieder normalisieren werde. Haupttreiber sind derzeit die Energiepreise. Dienstleistungen und die Lieferengpässe wirkten sich weniger stark aus, sagte der weitere IHS-Experte Sebastian Koch. "Eine anhaltend hohe Inflation sehe ich nicht.

(APA)