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ÖVP-Rochaden

Wer sind die neuen Regierungsmitglieder?

Der neue Bundeskanzler Karl Nehammer stellt sein Regierungsteam neu auf.
Der neue Bundeskanzler Karl Nehammer stellt sein Regierungsteam neu auf.(c) APA/AFP/JOE KLAMAR (JOE KLAMAR)
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Magnus Brunner, Gerhard Karner, Martin Polaschek, Claudia Plakolm. Wer sind die neuen Gesichter im ÖVP-Regierungsteam, die heute vom neuen Bundeskanzler Karl Nehammer präsentiert wurden?

Nach einer Reihe von Rücktritten am Donnerstag wurde am Freitag die Neuaufstellung in der ÖVP-Spitze bekannt gegeben. Neuer Kanzler und Parteiobmann wird der bisherige Innenminister Karl Nehammer. Er wird sein Regierungsteam neu aufstellen - darunter auch ein paar neue Gesichter. Ein Überblick.

Magnus Brunner

Magnus Brunner ist derzeit Staatssekretär im Infrastrukturministerium und sitzt dem Österreichischen Tennisverband als Präsident vor. Das wird sich nun ändern. Der gebürtige Vorarlberger wird als Nachfolger Gernot Blümels Herr über die österreichischen Finanzen.

Magnus Brunner
Magnus Brunner(c) APA/AFP/ALEX HALADA (ALEX HALADA)

Der 49-Jährige galt als Personalreserve der Volkspartei, ist er doch eloquent, hat Humor und in seiner Sache firm. Käme er aus einer größeren Landesorganisation, wäre er wohl schon früher karrieretechnisch nach oben geschwommen, heißt es. So tat er es eben in der Wirtschaft und bespielte die Politik eher nur nebenbei, etwa mit einem langjährigen Mandat im mäßig prestigeträchtigen Bundesrat. Nach einer Station im Wirtschaftsbund wechselte Brunner in den Energiebereich, nämlich zum Vorarlberger Energieversorger Illwerke/VKW. Ab 2007 fungierte er als Vorstand der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG, was ihn dann auch zur idealen Ergänzung für Leonore Gewessler (Grüne) im Infrastrukturressort machte.

Claudia Plakolm

Ihm folgt Claudia Plakolm nach. Die 26-Jährige ist seit 2017 Abgeordnete im Nationalrat und Chefin der Jungen ÖVP, der Sprung zur Staatssekretärin erinnert an den Werdegang von Alt-Kanzler Sebastian Kurz.

Die Presse/Clemens Fabry

Die leutselige Oberösterreicherin stammt aus einer Polit-Familie und hat freilich schon seit einiger Zeit auf sich aufmerksam gemacht. Landesschulsprecherin für die AHS war sie in Oberösterreich, Landesobfrau der Union Höherer Schüler ebenso, Gemeinderätin in ihrem Heimatort Walding wurde sie mit 20. Also brachte sie durchaus schon politische Routine mit, als sie 2017 mit 22 Jahren zur jüngsten Nationalratsabgeordneten wurde. Zwei Jahre später stand Plakolm schon auf Platz zwei der Landesliste hinter Klubchef August Wöginger. Der nächste Karriere-Schritt war die Obfrauschaft in der Jugendorganisation der Volkspartei, deren oberösterreichischen Teil sie schon davor leitete.

Gerhard Karner

Innenminister wird der Niederösterreicher Gerhard Karner. Er ist Zweiter Landtagspräsident in Niederösterreich und war früher Pressesprecher des damaligen ÖVP-Innenministers Ernst Strasser-

APA/PHILIPP MONIHART

18 Jahre nach seinem Abschied aus dem Innenministerium, wo er mit strenger Hand die Presseagenden von Ernst Strasser gelenkt hatte, kehrt der Niederösterreicher also zurück, um das Ressort selbst zu übernehmen. Dazwischen hat der gebürtige Melker in seiner heimatlichen Landesgruppe eine schöne Karriere hingelegt. Zuletzt war Karner Zweiter Landtagspräsident.

Kaum einer steht so sehr für die niederösterreichische ÖVP wie der vormalige Sicherheitssprecher der Landespartei und die ist im Innenressort traditionell nicht gerade unumstritten, sagt man über ihn. Vor allem bei der politischen Gegnerschaft. Ernst Strasser hat bis heute das Image des Umfärbers und Karner war da eine seiner ausführenden Hände. Bei ihm hatte er davor schon als Pressereferent in Niederösterreich gelernt. Auch eher ruppig ging es der neue Innenminister in seiner Paraderolle als Landesgeschäftsführer der niederösterreichischen ÖVP an. Doch der Erfolg gab Karner, wenn man so will, Recht. Zwölf Jahre lenkte er für Erwin Pröll die Geschicke und gemeinsam durfte man den ein oder anderen schönen Wahlerfolg feiern.

Martin Polaschek

Neuer Bildungsminister wird der Steirer Martin Polaschek, derzeit Rektor der Universität Graz. Es zieht nach Heinz Faßmann damit also wieder ein Professor am Minoritenplatz ein. 16 Jahre war der gut vernetzte Rechtswissenschafter bereits Vizerektor, 2019 schaffte er es schließlich im zweiten Anlauf an die Uni-Spitze.

APA/UNI GRAZ/KANIZAJ

Polaschek hat in Graz als Uni-Insider Karriere gemacht, nur kurze Forschungsaufenthalte führten in von dort weg. Im Jahr 2000 hatte er sich an der Uni Graz habilitiert und wurde zum außerordentlichen Universitätsprofessor am Institut für Österreichische Rechtsgeschichte und Europäische Rechtsentwicklung ernannt. Rein technisch gehört er damit zum sogenannten akademischen Mittelbau - eine Berufung auf eine ordentliche Professur blieb ihm verwehrt. Seine inhaltlichen Steckenpferde sind rechtliche Zeitgeschichte und der Föderalismus- und Kommunalforschung, seit 2006 ist er Präsident der Forschungsstelle Nachkriegsjustiz. Von 2003 bis 2019 war er dann zudem als Vizerektor für Studium und Lehre und als Studiendirektor für die Anliegen der mehr als 30.000 Studierenden zuständig.

Wie es zum Rücktritt von Heinz Faßmann kam, ob dies tatsächlich aus freien Stücken geschah, will dieser um 14 Uhr in einer „persönlichen Erklärung“ bekannt geben.

(APA/Red.)