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Streamingtipps

Heute, damals: Freundinnen in der Serien-Großstadt

"Harlem": Neue Serie.
"Harlem": Neue Serie.(c) Sarah Shatz / Amazon Prime Video (Sarah Shatz)
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Am 9. Dezember startet mit „And Just Like That . . .“ eine Fortsetzung der Kultserie „Sex and the City“. Deren Konzept hat Schule gemacht – und wurde oft auf spannende Art weiterentwickelt.

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Harlem

Neue Serie: „SATC“ in Schwarz
Zu sehen auf Amazon

„Sex and the City“ war ein Produkt seiner Zeit – also der Zeit um 2000 –, geprägt von Postfeminismus, Konsumwahn und der aufkommenden Erkenntnis, dass Singlefrauen in der Großstadt nicht bemitleidenswert sind, sondern ihr Leben genießen können. Bis sie halt doch ihren Prinzen gefunden haben. Unter dem Titel „And Just Like That . . .“ soll die Kultserie (auf Sky) ab 9. 12. eine Fortsetzung bekommen.
Wie würde die Serie wohl aussehen, wenn sie jetzt neu herauskäme – und dem heutigen Zeitgeist entsprechen sollte? Wären die vier Protagonistinnen „women of color“ statt allesamt weiß, wären sie sensibilisiert durch #MeToo und Cancel Culture, wäre vielleicht eine von ihnen queer, würden sie in einem Gentrifizierungshotspot abseits der Fifth Avenue wohnen?

Es ist erstaunlich, wie gewissenhaft „Harlem“ das Erbe von „SATC“ antritt. Statt einer Kolumnistin führt die Kulturanthropologin Camille (Titel ihrer Vorlesung: „Sex and modern love“) mit ihren Gedanken durch die Folgen. Auch hier tratschen die Freundinnen in hippen Lokalen über ihr Beziehungsleben (und ärgern sich, wenn sie keinen Tisch bekommen), sind aber viel politischer: In ihrem Botschaftseifer wirkt die Serie bald allzu zeitgeistig. (kanu)

Golden Girls

Eine Sitcom wie früher
Zu sehen bei Disney+

Senioren-WG einmal anders: Sollte sich ein Pfleger in die Wohnung dieser älteren Damen verirren, ist ihm ein Annäherungsversuch von Blanche (Rue McClanahan) sicher, deren Lebenslauf sich durch Affären und eine Geburtsurkunde ohne Datum auszeichnet. Zu ihr gesellen sich Rose (Betty White), die mit ihrer Naivität alle auf die Palme bringt, die hantige Dorothy (Beatrice Arthur), die das scharfzüngig kommentiert, und deren ausgefuchste Mutter, Sophia (Estelle Getty). Sieben Staffeln lang, von 1985 bis 1992, nahmen sich die „Golden Girls“ kein Blatt vor den Mund und nahmen vom Liebesleben bis zur Sterbehilfe alles mit Witz und Sarkasmus treffend aufs Korn. Eine Sitcom wie früher: mit eingespielten Lachern und Retro-Outfits. (i. w.)

Girls

Planlos im Big Apple
Zu sehen bei Sky

Kein Geld mehr von den Akademikereltern: Tochter Hannah ist entsetzt. „Ich könnte drogenabhängig sein! Wisst ihr überhaupt, was für ein Glück ihr mit mir habt?“ Nein, sympathisch ist die Hauptfigur von „Girls“ – eine selbstgerechte Mittzwanzigerin, die ziellos im hippen Brooklyn herumdümpelt – wahrlich nicht. Aber das war Carrie Bradshaw in „Sex and the City“ ebenso wenig, und wir schauten ihr trotzdem gern zu. Lena Dunhams Serienporträt einer Gruppe sinn- und erfolgssuchender Freundinnen verlieh seiner Schöpferin und Hauptdarstellerin nicht von ungefähr den Ruf, die „Stimme ihrer Generation“ zu sein. Der ist zwar verhallt. Doch „Girls“ bleibt ein Genre-Meilenstein, der dank Dunham auch eine neue Sorglosigkeit im Umgang mit Körperbildern (und Nacktheit) für Frauen jenseits der gewohnten TV-Normen etablierte. (and)

Vorstadtweiber

Wiens „Desperate Housewives“
Zu sehen bei Flimmit

Desperat sind in dieser ORF-Dramedy vor allem die Männer, denen teils ziemlich fies mitgespielt wird. Die erste Geige fiedeln nämlich die „Vorstadtweiber“, die so gut wie alle Klischees der geldgierigen, untreuen und nur zum Zweck unterwürfigen Nobelbezirksbewohnerinnen erfüllen. Und so einen humorig bissigen Kommentar auf eine vermeintlich heile Welt abgeben. Fünf Staffeln lang stöckelten die Ladys (top besetzt mit u. a. Nina Proll, Maria Köstlinger, Gerti Drassl) durch die Trümmer ihrer Ehen und Freundschaften. Staffel sechs folgt 2022. (i. w.)

Valeria

Lieben und (Über-)Leben in Madrid
Zu sehen auf Netflix

Europa ist anders, und die Zeiten sowieso. Die Protagonistinnen dieser offenkundig an „Sex and the City“ angelehnten spanischen Serie sind zwar frei, in Madrid ihre Träume zu verfolgen. Doch das Geld für teures Schuhwerk sitzt hier nicht gerade locker. Dafür die Krise fast allen im Nacken. Die junge Valeria (Diana Gómez) versucht, das Beste daraus zu machen. Und stellt sich mit ihren Freundinnen kniffligen Fragen: den Roman fertig schreiben oder den Vollzeitjob annehmen? Sicherheit oder Autonomie? Eheroutine oder Affäre? Hauptsache, die Kulissen bleiben bunt. (and)

Tuca & Berite

Tukan, Singdrossel and the City
Zu sehen auf Netflix

Zeichnerin Lisa Hanawalt war federführend beim Figurendesign der famosen Netflix-Animationsserie „BoJack Horseman“. Mit „Tuca & Bertie“ wagte sie sich an ihre eigene, nicht minder gelungene Show. Auch hier ist der Großstadtdschungel bevölkert mit anthropomorphen Tierwesen – darunter die beiden grundverschiedenen Titelheldinnen, die gemeinsam den Alltag meistern. (and)

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