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Gegengift

Kurzer Exkurs zu Verbrechern und Heiligen

Sebastian Kurz
Sebastian Kurz(c) imago images/SEPA.Media (Martin Juen via www.imago-images.de)
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Wie menschlich darf ein Politiker sein? Hoffentlich doch noch sehr!

Die Neigungsgruppe Drama im Gegengift ließ es sich nicht entgehen: Sebastian Kurz erklärt den totalen Rückzug! Unsere Reaktion war gespalten, besonders als er sprach: „Ich bin weder ein Heiliger noch ein Verbrecher.“ Da stöhnten so manche, als dächten sie mitfühlend an segnende Kurz-Momente in der Stadthalle. Andere zischten wie bei einer „Muss weg“-Demo auf dem Ballhausplatz. Dabei hatte der Mann doch nur ausdrücken wollen, was in extremen Oppositionskreisen stets angezweifelt wurde: Er sei doch auch nur ein Mensch.

Darüber sollte man nicht das Problematische im Satz vergessen. Warum packt er Heilige und Verbrecher in ein Weder-noch? Entspricht diese raffinierte Trennung auch der Realität? Eine musische Kollegin, die nicht vom ÖVP-Jammer fasziniert ist, sondern von der unstillbaren Gier des Grafen von Krolock im Musical „Tanz der Vampire“, erlitt einen Ohrwurm. Leise sang sie wie ein Mantra: „Ich will ein Heiliger oder ein Verbrecher sein und bin doch nichts als eine Kreatur, die kriecht und lügt und zerreißen muss, was immer sie liebt . . .“