„Ich bin ein alter Revolutionär, der den Hoffnungen, die er begraben musste, treu geblieben ist.“ Manès Sperber (1905 bis 1984).
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Manès Sperber: Von Kommunisten und Nationalsozialisten verfolgt

Der österreichisch-französische Schriftsteller und Philosoph Manès Sperber war für die Kommunisten ein Verräter, für die Nationalsozialisten ein kommunistischer Jude. Über einen bedeutenden Künstler in den Wirren des 20. Jahrhunderts.

Verlässlich ist unser kulturelles Gedächtnis nicht. Manchmal rutscht jemand aus dem Blickfeld. Manès Sperber zum Beispiel, bedeutender Schriftsteller, umfassend gelehrt, gläubiger Jude, dann gläubiger Kommunist, aber nicht lange, verfolgt von Kommunisten und Nationalsozialisten, hinterlässt ein faszinierendes literarisches Werk. Ein imposanter Kämpfer in den Wirren des 20. Jahrhunderts.

Dieser Text widmet sich den dramatischsten Jahren in Sperbers Leben, den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft. Sperber kommt gleich zu Beginn in Berlin in Untersuchungshaft und muss nach seiner Freilassung gegen Ende April 1933 Deutschland sofort verlassen. Die folgende Zeit verbringt er zunächst in Wien, der Stadt seiner Jugend, erlebt dort „die erbärmliche Schwäche dieses autoritären Regimes“ und übersiedelt im Frühjahr 1934 auf Befehl der kommunistischen Partei nach Paris, um dort an einem im Auftrag der Komintern gegründeten „Institut zum Studium des Faschismus“ als „ideologischer“ Leiter mitzuarbeiten. Er schreibt darüber im dritten Band seiner Erinnerungen: „Bis man mir Scherben auf die Augen legt“.

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