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Ein Bäumchen für jeden Käufer eines Kat-Modells: Marketing-Aktion von Mazda, ca. 1986.
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Katalysatorpflicht

Pflicht und Verweigerer: Die Story des Katalysators

Förderung als Kaufanreiz, Sorgen um Reichweite und seltene Rohstoffe: Die Einführung der Katalysatorpflicht vor 34 Jahren weist erstaunliche Parallelen zum Elektroauto auf – von der Aufregung um eine staatlich verordnete Pflicht gar nicht zu reden.

Grüne Pullover, braune Hosen, Vorhänge mit gelb-violetten Mustern: Es ging bunter zu in Wohnungen und Kleiderkästen als heute – und auch auf den Straßen, auf denen in den 1970er-Jahren viele rote, braune, gelbe und grüne Autos fuhren. Wie in einem Blumenfeld roch es allerdings nicht.

Die Autos verbrannten verbleites Benzin, und nichts hinderte die Abgase am freien Durchströmen. Abgaskontrolle? Gab es, sie diente aber der Motoreinstellung: Zuviel Kohlenmonoxid – Motor läuft zu fett.

Auch wenn es weniger Verkehr gab damals, die Luft in den Städten war schlecht. Und wo viele Autos unterwegs waren, hatte man massive Probleme. Der chronische Smog in der Westküstenmetropole Los Angeles schon in den Fünfzigerjahren stieß die Entwicklung der Abgasnachbehandlung per Katalysator an. 1983 stellten die USA (und Japan) auf schadstoffarme Autos um – der Kat war zwar nicht Pflicht, aber so gut wie unvermeidbar für neu zugelassene Pkw, um die Emissionsvorschriften zu erfüllen.

Abgashart. In Europa formierten sich zu der Zeit Österreich, Schweden, Deutschland und die Schweiz zu den sogenannten „abgasharten Ländern“: Wirtschaftlich besser entwickelte Nationen, in denen man sich nicht damit zufriedengeben wollte, dass es überall raucht und stinkt. Als Stimmungskatalysator wirkte das Phänomen des Waldsterbens (obwohl das mehr die Schwefeloxide aus ungefilterten Fabrikschloten waren).