Immer mehr Menschen verlassen den Nordirak, um der Wirtschaftskrise und der Herrschaft mächtiger Parteien zu entrinnen. Sie stranden an der Grenze zur EU.
Drei Jahre lang hatte er Extremisten des sogenannten Islamischen Staates (IS) gejagt – als Soldat einer Anti-Terror-Einheit, erzählt Gara. Doch dann geriet der Kurde aus dem Nordirak in seiner Heimat offenbar in gefährliche interne Wirren. „Ich habe mich mit dem falschen Spitzenpolitiker im irakischen Kurdistan verbündet. Deshalb drohten dessen Feinde, mich umzubringen. Die Flucht war mein einziger Ausweg“, beteuert er.
Es war eine schwierige Reise, die Gara antrat. Für 2200 US-Dollar ließ er sich von einem Schlepper in Istanbul ein Visum nach Belarus besorgen. Von Syriens Hauptstadt Damaskus flog er schließlich zum Minsk International Airport in der Hauptstadt von Belarus. „Noch am Flughafen haben uns Polizisten und Soldaten empfangen und in ein Hotel am Stadtrand gebracht.“ Nach drei Nächten ging es weiter. „Belarussische Soldaten und Polizisten trieben uns in zwei Autobusse. Wir waren 108 Personen, die meisten Männer, aber auch Frauen und Kinder.“ Die Menschen wurden zur polnischen Grenze eskortiert und durch ein Tor im Grenzzaun gelassen.