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Abhängigkeit

Heikle Rohstoffe: Wie Österreich und Europa autarker werden können

Die Golden Gate Bridge, rostfrei dank Eisenglimmers aus Kärnten.
Die Golden Gate Bridge, rostfrei dank Eisenglimmers aus Kärnten.REUTERS
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Öserreich und der EU fehlen die Rohstoffe für die grüne Wende. Mehr Bergbau im Land, mehr Recycling und mehr strategische Allianzen mit großen Produzenten sollen die Abhängigkeit von politisch instabilen Lieferanten senken.

Wien. Die olympischen Winterspiele in der Volksrepublik Peking stehen unter keinem guten Stern. Dabei hat Peking einiges unternommen, um sich der Welt im besten Licht präsentieren zu können. Damit es rechtzeitig zu den Spielen zumindest eine Chance auf blauen Himmel gibt, drosselte das Land etwa schon im Herbst die lokale produktion von Magnesium radikal. Die Folge: In Europa, das seinen Bedarf an dem Industriemetall zu über 90 Prozent aus China deckt, verfiel die Industrie in leise Panik. Nach dem Chipmangel werde nun der Magnesiummangel die Autobauer zum Stopp der Produktion zwingen, so die Befürchtung. So weit sollte es nicht kommen. China hat die Produktion inzwischen wieder angekurbelt, die Knappheit am Markt ist deshalb aber nicht verschwunden.

Magnesium ist nur ein Beispiel an dem sich die hohe Abhängigkeit der europäischen Industrie von Rohstofflieferanten aus dem Ausland gut illustrieren lässt. Das stärkste Weltwirtschaftswachstum seit 1973 hat die Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen in allen Ländern in die Höhe getrieben. Und damit auch die Preise: Mangan für die Stahlindustrie hat sich seit Oktober um ein Drittel verteuert, Lithium für Elektroautobatterien ist doppelt so teuer wie zur Jahresmitte und selbst Kupfer kostet heute um ein Fünftel mehr als Anfang 2021. Doch nicht nur der hohe Preis ist das Problem, sondern die Frage, ob die Firmen noch an das Material kommen.