Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Diplomatie

Früherer Kurz-Sprecher wird Botschafter in Abu Dhabi

Etienne Berchtold, Barbara Kaudel-Jesen und Sebastian Kurz.
  • Drucken

Die Regierung beschloss die Botschafterliste. Im Außenministerium rümpfen manche die Nase über die Bestellung Etienne Berchtolds.

Zwei der engsten außenpolitischen Mitarbeiter von Sebastian Kurz sind gut versorgt. Ihre Namen finden sich auf der Botschafterliste, die am Mittwoch dem Ministerrat vorgelegt worden ist. Etienne Berchtold, der frühere Sprecher des Ex-Kanzlers, wird demnach Österreich künftig in  den Vereinigten Arabischen Emiraten vertreten. Im Außenamt rümpften einige die Nase. Der Tiroler ist erst 35 Jahre alt und hat vor seinem Einstieg ins Sprecherteam des damaligen Außenministers Kurz im Dezember 2013 bisher lediglich als Referent in Österreichs Ständiger Vertretung bei der EU in Brüssel Erfahrung bei einer Verwendung im Ausland gesammelt. 

Die Grünen winkten ihn am Dienstagabend in einer Koordinationssitzung vor dem Ministerrat trotzdem durch. An den fachlichen Fähigkeiten des umsichtigen Diplomaten hatte auch die Auswahlkommission des Außenamts keine Zweifel angemeldet, Außenminister Alexander Schallenberg schon gar nicht. Er und Berchtold kennen einander gut. Sie gehörten jahrelang zum Inneren Kreis von Sebastian Kurz.

Außenpolitische Beraterin geht nach Paris

Wie „Die Presse“ bereits berichtete, wird Barbara Kaudel-Jensen, die frühere europa- und außenpolitische Beraterin von Kurz, Botschafterin in Paris. Die Leiterin der Europasektion im Kanzleramt wird jedoch noch eine Zeitlang dem neuen Regierungschef, Karl Nehammer, zur Seite stehen. Botschafter in Paris war vor etwas mehr als zwei Monaten noch Michael Linhart. Der Kurzzeit-Außenminister soll nun nach Berlin weiterziehen und dort Peter Huber nachfolgen.

Ursprünglich war Christian Ebner, der in den vergangenen vier Jahren in Madrid gedient hat, für Deutschland vorgesehen. Der frühere Kabinettschef von Ex-Außenminister Kurz soll nun nach Belgrad übersiedeln. Von dort wird Nikolaus Lutterotti, einst ebenfalls im Außenamts-Kabinett von Kurz, nach Tel Aviv wechseln. Er löst Hannah Liko ab, die nun Kabinettschefin von Außenminister Schallenberg ist. Neuer Botschafter in Madrid wird der bisherige Protokollchef des Außenamts, Enno Drofenik.

Präsidentenberaterin nach Athen

Auch Bundespräsident, Alexander Van der Bellen, verliert seine außenpolitische Beraterin, aber erst 2023, falls er bei der Wahl im kommenden Jahr überhaupt noch einmal kandidieren und gewinnen sollte. Gerda Vogl soll dann Botschafterin in Athen werden. In der indonesischen Hauptstadt Jakarta rückt Thomas Loidl, der stellvertretende Leiter des Völkerrechtsbüros nach. Er folgt dort Johannes Peterlik, der vor wenigen Wochen suspendiert worden ist, weil er unter Verdacht steht, als früherer Generalsekretär die Formel des Nervengifts Nowitschok aus den Unterlagen der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) weitergegeben zu haben.  

Désirée Schweitzer wird Botschafterin am UNO-Sitz in Genf, Aloisia Wörgetter wird beim Europarat in Straßburg akkreditiert und Marcus Bergmann wechselt als Botschafter an den Heiligen Stuhl im Vatikan.