Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Emissionen

"All I Want For Christmas" ist weniger CO2-Ausstoß

Weihnachtslieder lassen sich auch im Offline-Modus genießen (Symbolfoto).
Weihnachtslieder lassen sich auch im Offline-Modus genießen (Symbolfoto).© 2020 NETFLIX
  • Drucken

Streaming - sowohl im musikalischen als auch im filmischen Sinne - hat ein schmutziges Geheimnis. Der verursachte CO₂-Ausstoß gleicht dem einer Autofahrt bis über den Saturn hinaus.

Weihnachten (und Lockdown) heißt, Zeit zum Einkuscheln. Nicht ohne Grund starten lang ersehnte Serienbanger in der kalten Jahreszeit. „Emily in Paris“-Staffel 2 etwa (am 22. Dezember) oder die „Sex and the City“-Fortsetzung „And Just Like That“ (am 9. Dezember). Außerdem ist Zeit zum Mitträllern - im Chor mit Mariah Carey und Wham. All das macht die Weihnachtszeit so gemütlich wie zauberhaft. Wäre da nicht die Kehrseite des Streamings.

In Zeiten des Streamingbooms durch Spotify, Netflix und Co. gilt es, sich mit der Frage der Auswirkungen auf den Planeten zu beschäftigen. Der Energieverbrauch, den Milliarden von Menschen weltweit durch das Hören und Schauen jeglicher Formate verursachen, hat nämlich durchaus Auswirkungen auf die Umwelt. Die globale Organisation Carbon Trust schätzt den CO₂-Ausstoß auf 55 bis 56 Gramm pro Stunde Videostreaming. Das entspricht einer Autofahrt von rund 300 Metern.

Sechs Milliarden Stunden

Erst kürzlich gewährte der Streamingdienst Netflix einen Einblick in seine weltweit beliebtesten Hits, gemessen an der Gesamtzahl der angesehenen Stunden. Demzufolge verbrachten Dauerschauer und Fans in den ersten 28 Tagen nach Veröffentlichung mehr als sechs Milliarden Stunden mit den Top-Zehn-Serien, darunter Squid Game, Stranger Things, Money Heist und Bridgerton. Multipliziert man also die Schätzung von Carbon Trust mit den Daten von Netflix, gleicht der Ausstoß, den Cinephile beim Schauen der Filme erzeugen, dem einer 1,8 Milliarden Kilometerlangen Autofahrt. Damit käme man bis zum Saturn. 

Eine Menge Bäume benötigt

Jedes Glied der Streaming-Kette, sei es die Nutzung riesiger Datenzentren, die Übertragung via WLAN und Breitband sowie das Abspielen der Inhalte auf dem Endgerät, erfordert Strom. Großteils erzeugt wird dieser durch den Ausstoß von Treibhausgasen. Netflix selbst gibt an, bis Ende 2022 netto null Treibhausgasemissionen erreichen zu wollen. Der Plan basiert allerdings lediglich auf dem Kohlenstoff-Fußabdruck des Unternehmens und der Produktion von Filmen und Fernsehsendungen. Emissionen, die durch das Anschauen erzeugt werden, sind damit außen vor.

Auch Songs und Podcast bilden eine Variable in der Gleichung. Der Online-Plattform Uswith zufolge hat die allseits beliebte - oder eher bekannte - Weihnachtshymne „All I Want For Christmas Is You“ seit seiner Veröffentlichung durch die 956 millionenfache Wiedergabe mehr als 3000 Tonnen CO₂-Emissionen erzeugt. Es müssten 147.000 Bäume gepflanzt werden, um dies relativieren zu können. „Last Christmas“ kommt mit 724 Millionen Wiedergaben auf 2900 Tonnen CO₂. Es folgen „Santa Tell Me“ von Ariana Grande, Michael Bublés „It's Beginning To Look A Lot Like Christmas“, „The Christmas Song“ von Natalie Cole und Justin Biebers „Mistletoe“, die alle für sich mehrere Zehntausend Bäume bräuchten, um ihre Emissionen auszugleichen.

Rechtsvorschriften und Offline-Modus

Bisher gibt es kaum Rechtsvorschriften, die die Streaming-Industrie und dessen ökologischen Fußabdruck reglementieren. Das noch eher junge Thema gewinnt jedoch mehr und mehr an Aufmerksamkeit, weshalb sich das in baldiger Zukunft ändern könnte. Bis dahin können Hörende und Schauende ein bisschen etwas zum Umweltschutz beitragen, indem sie immerwährende Filme und Lieder downloaden und offline genießen, anstatt sie immer wieder neu zu laden.

>> Zum Report von Uswitch

>> Zum Report von Carbon Trust

(evdin)