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Tattoo-Artist

Uhren- Design, das unter die Haut geht

Dr. Woo hat seine Körperkunst auf einen Zeitmesser von Roger Dubuis übertragen.
Dr. Woo hat seine Körperkunst auf einen Zeitmesser von Roger Dubuis übertragen.(c) Stefan Kocev
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Der international bekannte Tattoo-Künstler Dr. Woo hat für die Schweizer Uhrenmanufaktur Roger Dubuis eine Uhr gestaltet.

Dass Uhrenmarken mit Tattoo-Künstlern zusammenarbeiten hat sich bewährt. Bestes Beispiel: Hublot und ihre „Sang Bleu“-Kollektion, für deren extravagantes Design der Star-­Tätowierer Maxim Büchi verantwortlich ist. Bei Roger Dubuis, bekannt dafür, immer wieder die Grenzen der Uhrmacherei auszuloten, fiel die Wahl auf Dr. Woo.
„Dr. Who?“, werden sich jetzt vermutlich viele fragen, die mit dieser Art von Körperschmuck nichts am Hut haben. Tatsächlich ist Dr. Woo, bürgerlich Brian Woo, einer der renommiertesten Tattoo-Artists der Welt. Der US-Amerikaner lebt und arbeitet in Los Angeles, hat eine in die Millionen gehende Fangemeinde (man werfe nur einen Blick auf sein Instagram-Profil) und durfte mit seiner Nadel schon die Körper von Cara Delevingne, Chiara Ferragni und Miley Cyrus verzieren, die zu ­seinen Stammkundinnen zählen.

Die Edition „Excalibur Dr. Woo Monotourbillon“ von Roger Dubuis ist auf acht Stück limitiert.
Die Edition „Excalibur Dr. Woo Monotourbillon“ von Roger Dubuis ist auf acht Stück limitiert.beigestellt

Bekannt geworden ist Dr. Woo vor allem für sein ruhiges Händchen und für makellose geometrische Formen und ultrafeine Linien. Es sind hyperrealistisch-monochrome Designs, die sich an der Grenze zwischen Alternative und Mainstream bewegen, die die Stars anziehend finden. Dabei sticht er die Tinte mit nur einer Nadel unter die Haut. Besonders schön gelingen so beispielsweise Tattoos auf Händen und Fingern, im Fachjargon „Knuckle-Tattoos“ genannt.

Sternförmig

Nun öffnete der Tattoo-Artist für Roger Dubuis die Türen zu seinem Workshop, um eine langfristige Partnerschaft mit dem Uhrenhersteller zu beginnen. Zum Leitmotiv der Kooperation wählte man im gemeinsamen Einverständnis den Stern – denn das zentrale Symbol der Manufaktur spielt auch im Leben des Künstlers eine wichtige Rolle, wie sich ­herausstellte. Dr. Woo nahm die astrale Signatur der „Excalibur Monotourbillon“ als Ausgangspunkt, um diese neu zu interpretieren. In Anleihe an eine Rakete, die sich kontinuierlich vorwärtsbewegt, repräsentieren die Zacken des Sterns seine Reise durch die Zeit.
Eine besondere Verbindung mit dem Raum bestimmte auch weitere Aspekte von Dr. Woos Entwurf. Die geometrischen Merkmale und Planeten, die auf dem Zifferblatt verteilt sind und ihm als Wegweiser durch sein Leben dienen, lassen eine mentale kosmische Karte entstehen. Aus der geometrischen Welt des Künstlers fließen auch andere grafische Symbole ein: der Mond als Energiequelle, Dreiecke, die aus dem Boden hervorspringen, und geschlossene Kreise . . . Sinnbilder, die offen für vielfältige Interpretationen sind. Weitere Details finden sich, wenn man eines der auf acht Stück limitierten Modelle genauer betrachtet: Man sieht eine Spinne auf dem Zifferblatt, auf dem Gehäuseboden ist eine kosmische Karte zu sehen, etc. Es ist definitiv ein Zeitmesser, mit dessen so filigranem wie markantem Design man sich lang beschäftigen kann.

("Die Presse Schaufenster" vom 10.12.2021)