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Milorad Dodik hält Bosnien in Atem
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Analyse

Bosnien stürzt in die gefährlichste Krise seit dem Krieg

Die Elite des Balkan-Staats lebt vom Schüren ethnischer Spannungen. Milorad Dodik, starker Mann bei Bosniens Serben, schlägt nun einen besonders riskanten Weg ein.

Von 1992 bis 1995 tobte der Krieg in Bosnien und Herzegowina, der fast 100.000 Menschenleben forderte. Und noch immer wird im Vielvölkerstaat mit der Angst vor dem Krieg Politik gemacht. Armut, Korruption und Perspektivlosigkeit sind die Probleme, die die Bewohner des südosteuropäischen Landes einen. Dazu kommen gezielt geschürte ethnische Spannungen: Für Bosniens Politikerkaste ist die Dauerkrise das wichtigste Mittel zum Machterhalt.

Ob muslimische Bosniaken, Serben oder Kroaten: Vor jedem Urnengang setzen Politiker auf nationalistisches Gepolter, um von den eigentlichen Problemen abzulenken. Ein Meister darin ist Milorad Dodik, der starke Mann bei Bosniens Serben. Er hat nun – mit Blick auf die nahenden Parlaments-, Teilstaats- und Präsidentenwahlen – das Land mit einer neuen Kaskade von Sezessionsdrohungen verunsichert. Bosnien und Herzegowina steckt in der tiefsten Krise seit dem Ende des Krieges 1995. Die internationale Gemeinschaft blickt mit wachsender Sorge auf die sich immer weiter zuspitzende Lage. Besorgt warnen nicht nur bosniakische Politiker, sondern auch westliche Medien und Diplomaten bereits vor einem drohenden Zerfall des Landes – oder gar vor der Gefahr eines neuen Krieges.