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Gartenplanung

Kühle Schönheiten aus Eis, Gräsern und Lichtakzenten

Reizvoller Wintergarten durch geometrische Gestaltung
Reizvoller Wintergarten durch geometrische Gestaltung(c) Getty Images (triffitt)
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Auch ohne großen Vorlauf lassen sich im Winter schöne Akzente setzen.

Solang die Weihnachtsbeleuchtung für einen gewissen Glanz im Garten und auf der Terrasse sorgt, lässt sich das winterliche Grau vor dem Wohnzimmerfenster noch halbwegs gut kaschieren. Spätestens mit dem Abhängen der Lichterketten wird es dann aber Zeit, sich neue Blickpunkte zu suchen. Und auch für den Tanz ins neue Jahr dürfen die Dachterrasse oder der Garten gern ein wenig mehr können, als den Begriff des Winterschlafs zu visualisieren. Selbst kurzfristig ist da noch etwas machbar und gar nicht so schwer, wenn man weiß, wie's geht und ungewöhnlichen kreativen Lösungen gegenüber aufgeschlossen ist.

„Sofort kann man beispielsweise Pflanzen in Töpfen aufstellen“, weiß Birgit Fischer-Radulescu, Landschaftsarchitektin und seit kurzem Business-Development-Managerin „Grüne Dienstleistungen“ bei Bellaflora. „Schön sind dabei etwa Christrosen, die es in großen Stöcken gibt und die jetzt blühen.“ Wenn man sie rechtzeitig setzt, könne man mit Pflanzen wie dem Liebesperlenstrauch, Stechpalmen, Ilex oder Zierpreiselbeeren, die jetzt rote oder lila Beeren haben, „ein wenig Frühling in den Winter holen“, betont die Landschaftsarchitektin. Wobei nicht alles, was jetzt schön aussehen soll, mit großem Vorlauf geplant sein muss, erklärt Gartenarchitekt Clemens Lutz: „Solang der Boden nicht gefroren ist, kann man pflanzen.“ Er nennt eine Reihe von Gewächsen, die durchaus im Winter blühen – wenn auch nicht immer pünktlich zum Silvestertanz. „Je nach Witterung zwischen Dezember und März sind das beispielsweise Schneerosen, manche Sorten orientalischer Hybriden, die Zaubernuss und der Schnellball – der dazu noch stark duftet.“

Kreative Lichteffekte
Kreative Lichteffekte(c) Getty Images/iStockphoto (stefanamer)

Stehenlassen statt abräumen

Außerdem lassen sich manche Pflanzen einfach durch eine etwas andere Anordnung zu winterlichen Hinguckern machen. „Immergrüne Gräser, wie etwa die Japan-Segge, kann man im Herbst zusammenbinden“, empfiehlt Peter Baumgartner, Projektleiter bei Begründer Gartenarchitektur.
Und überhaupt ist es sinnvoll, den Garten im Herbst nicht gar zu penibel auszuputzen. Denn nicht alles muss raus, ganz im Gegenteil: Die Blütenstände schöner Stauden, aber auch Gräser können – besonders angezuckert – wunderschön aussehen und dem Garten Struktur verleihen. Außerdem tue es den Pflanzen durchaus gut, einen Frühjahrsputz statt eines Herbstkehraus zu bekommen, meint Lutz: „Man muss nicht alles abräumen. Die Natur lässt ja auch fast alles stehen. Natürlich muss ich Gräser einmal schneiden, das kann ich aber im Frühling genauso gut machen und so den Wurzelstock über den Winter geschützt lassen.“
Formgehölze sind ebenfalls lebendige Blickfänge für die kalte Jahreszeit. „Egal, ob Kugel, Bonsai oder Nadelgehölze, Hauptsache, sie bleiben im Winter grün“, nennt Baumgartner die klassischen Formen. Daneben können aber auch ausgefallenere Vorstellungen verwirklicht werden, betont Lutz ergänzend: „Da sind der Fantasie beim Schnitt keine Grenzen gesetzt, den Garten können Elefanten, Hasen, Wolken und vieles mehr beleben.“

Eis aus dem Gartenschlauch

Diese könnten dann zusätzlich als Grundlage für weitere Effekte dienen, für die es manchmal nur einen Gartenschlauch brauche, erläutert der Experte: „Damit lässt sich etwa an Frosttagen eine Eisskulptur kreieren oder dort, wo man im Sommer Federball spielt, eine Eisstockbahn bauen.“ Die Pflanzen jedenfalls würden solche „Sonderbehandlungen“ unbeschadet überstehen, wenn man für die Skulptur keine zu dünnen Äste aussucht und den Eisstockplatz nur für ein paar Tage und am besten über einer Schneedecke „aufgießt“. Und wer eine Outdoorküche im Garten hat, kann auch diese für winterliche Events nutzen. „Manche Hardcore-Fans lassen es sich nicht nehmen, acht Stunden lang mit Wollmütze und einer Kiste Bier ein Barbecue zu bereiten“, erzählt Lutz über die winterlichen Nutzungsarten.

Coole Feuerstellen

Die Hersteller haben auf diesen Trend längst reagiert und erfinden dafür immer neue Gadgets, wie Peter Baumgartner, Projektleiter bei Begründer Gartenarchitektur, berichtet. „Dazu gehören beispielsweise die Feuerstellen von Ofyr. Diese haben in der Mitte eine Feuerstelle, die mit normalem Brennholz arbeitet und zudem als Griller genutzt werden kann. Drumherum befindet sich dann eine Metallplatte, auf der man Gemüse, Garnelen oder im Winter Maroni grillen kann“, beschreibt er eines der neuesten Outdoor-Highlights.
Wenn es etwas weniger rustikale Winterfreuden sein sollen, reicht die Palette an Dekorationsmöglichkeiten von simpel und selbst gemacht bis zu professionellen Settings. In erstere Kategorie fallen etwa bunte, statt brauner Schutz-Vliese, mit denen man empfindlichere Pflanzen umwickelt. „Wenn man da den Feigenstamm zweifärbig umwickelt, kann man durchaus bunte Akzente setzen“, verrät Fischer-Radulescu. Windlichter und große Glaskugeln zum Aufhängen sorgen ebenfalls für Blickfänge, genauso wie Feuerschalen und -körbe.

(c) Getty Images/iStockphoto (Linas Toleikis)

Vogelvillen versus DIY-Apfel

Ein weiterer Blickfang im Wortsinn sind Vogelhäuser aller Art, die es passend zum Haus als „Vogel-Villen“ oder rustikale „Chalets“ gibt. Für architektonisch eher Zurückhaltende tut es aber auch ein schlichter Apfel, durch den man einen Holzstab steckt. „Wer es etwas verspielter mag, kann eine kleine Tierherde aus Holz oder Metall vor einem Strauch aufstellen“, fügt Fischer-Radulescu hinzu, vor allem, wenn diese mit Teelichtern beleuchtet würden.
Licht gehört ohnehin zu den wichtigsten Elementen im winterlichen Garten – von der Stehlampe auf der Terrasse bis zum illuminierten Baum. Für dieses empfiehlt es sich, bereits beim Anlegen des Gartens entsprechende Stromleitungen zu verlegen. „Denn so toll ich Solarlichter auch finde, spätestens nach ein paar Tagen Hochnebel im Winter reicht deren Kraft nicht mehr aus“, meint die Gartenarchitektin. Allerdings solle man es mit dem Licht nicht übertreiben: „Wenn es die ganze Nacht eingeschaltet bleibt, kann es sowohl die Tiere stören als auch den Rhythmus der Pflanzen. Und außerdem kann man dann die Sterne nicht sehen.“ (sma)