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Die Bilanz

Durch den Lobau-Tunnel in die Ökostromlücke

Tunnelbau gilt wegen der großen Mengen an eingesetztem Stahlbeton als extrem klimaschädlich.Eduard Andras/Getty Images
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Wenn die Klimawende funktionieren soll, muss Vernunft die Ideologie ablösen und ganzheitliches Denken den Polit-Aktivismus.

Die für Klimaschutz und Infrastruktur zuständige Ministerin, Leonore Gewessler, hat als einen der vielen Gründe für den abgesagten Bau des Wiener Lobau-Tunnels angeführt, dass Tunnelbau zu den klimaschädlichsten Aktivitäten gehört. Da hat die Ministerin zweifellos recht: Für die Tunnels werden ungeheure Mengen an Stahlbeton benötigt.

Sowohl Zement als auch Stahl werden unter sehr hohem Energieeinsatz erzeugt. Mit entsprechendem CO2-Abdruck. Die Zementindustrie allein ist für acht Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich, belastet das Klima also fast dreimal so stark wie der globale Flugverkehr.

Wie sich das auswirkt, hat eine ziemlich genau vor einem Jahr veröffentlichte Berliner Studie gezeigt, die die Klimabelastung durch den Bau geplanter U-Bahn-Strecken der Klimaentlastung durch den prognostizierten Fahrgäste-Umstieg in die Metro gegenübergestellt hat. Ergebnis: Um den durch den Bau verursachten CO2-Ausstoß zu kompensieren, wird es in Berlin – je nach Neubaustrecke – 109 bis 230 Jahre dauern. Im Schnitt werden es 139 Jahre sein. Erst danach wird die Klimabilanz positiv.