Noemi Krondorfer konstruiert ihre Welt aus hauchdünnen Brand- und Mürbteigbögen am Dessertteller — was ihr die Auszeichnung als „Pâtissière des Jahres“ eintrug.
Er hatte eine Kiste Haselnüsse zu viel, sie eine zu wenig. Igor Kutsnetsov, der Koch mit dem akuten Nussüberschuss, folgte Noemi Krondorfer, der Pâtissière mit chronischem Nussmangel, via Instagram. Mit den Haselnüssen aus dem Marchfeld konnte er wegen eines der zuletzt verhängten Lockdowns wenig anfangen. So bot er sie ihr über die Plattform an, immerhin backte sie gerade Kekse für ihr erstes Pop-up. Mittlerweile arbeiten sie gemeinsam im Restaurant Noble Savage, sie verantwortet Desserts und Bewirtung, er die Küche. Im Lockdown veranstalteten sie diverse Popups gemeinsam, etwa gab es Pies und Tartes in Kombination, ein japanisches Pop-up ausgerichtet mit Gastköchin Nancy Hachisu und zuletzt ein französisch inspiriertes Menü zum Abholen mit Pâté en croûte mit Ente und Maroni sowie Tarte aux Pommes.
Auch Interview und Fototermin fanden in dem kleinen Restaurant am Salzgries statt. Krondorfer fiel es schwer, sich auf die Fragen zu konzentrieren, solang „Schaufenster“-Fotografin Christine Pichler mit ihren Desserts hantierte. Pausieren mussten wir schließlich, als das erste Messer zum Einsatz kam. Die junge Pâtissière teilt die Bürde ihrer Gilde: einen unbändigen Hang zu Perfektion und Struktur. Deshalb müssen die Details sitzen.